Totenkopf-Fotos : Bundeswehr ermittelt gegen 17 Tatverdächtige

Die Bundeswehr ermittelt im Zusammenhang mit den Skandal-Fotos aus Afghanistan derzeit gegen 17 Tatverdächtige. Ein Abschlussbericht zu der Affäre liegt möglicherweise Ende nächster Woche vor.

Berlin - Sechs Tatverdächtigen sei vorerst die weitere Ausübung des Dienstes untersagt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Nach Angaben eines Sprechers laufen weiterhin 13 disziplinarrechtliche Vorermittlungen. Zudem sei im Zuge der Prüfung bekannt geworden, dass zwei Vorgesetzte Kenntnis von solchen Bildern gehabt hätten.

Die Affäre um eine mutmaßliche Totenschändung war Ende Oktober durch die Veröffentlichung von fünf makaberen Fotos ausgelöst worden. Innerhalb von 24 Stunden ermittelte das Verteidigungsministerium sechs Tatverdächtige aus dem Jahre 2003. Kurz darauf wurden neue Vorwürfe laut, die sich auf mögliche Totenschändungen im Jahr 2004 bezogen. Insgesamt handelt es sich um Dutzende von Bildern, die deutsche Isaf-Soldaten in makaberen Posen mit menschlichen Gebeinen in Afghanistan zeigen.

Interne Prüfung des Generalinspekteurs läuft

Ministeriumssprecher Thomas Raabe wies darauf hin, dass unterdessen 5500 Personen befragt und 200 Vorgesetzte angeschrieben worden seien. Ein Abschlussbericht dazu werde "bald" vorliegen, möglicherweise "Ende nächster Woche". Zudem laufe eine interne Prüfung des Generalinspekteurs, die unter anderem Vorschläge zur Verbesserung der Vorbereitung auf Auslandseinsätze sowie zur Dienstaufsicht im Ausland erbringen soll. (tso/ddp)

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