Totenschändung : "Taliban und Al Qaida werden Fotos instrumentalisieren"

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sieht nach der mutmaßlichen Totenschändung die Sicherheit der deutschen Soldaten in Afghanistan gefährdet.

Passau - Im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" bezeichnete Gertz die mutmaßliche Schändung durch deutsche Einsatzkräfte als "abstoßend und ekelerregend". "Dieser schlimme Vorgang ist geeignet, die Sicherheit der deutschen Soldaten in Afghanistan erheblich zu beeinträchtigen", sagte Gertz. Die "schockierenden Bilder werden natürlich in der islamischen Welt verbreitet werden. Diese Aufnahmen werden von Taliban und Al Qaida gegen uns instrumentalisiert werden. Das ist gefährlich und fatal, weil es nicht nur unsere Reputation beschädigt, sondern auch Demonstrationen provozieren kann", fügte Gertz hinzu.

Die Bundeswehrspitze muss laut Gertz aus dem Vorfall in Afghanistan weiterführende Konsequenzen ziehen. "Es reicht nicht aus, den Einzelfall aufzuklären, die Betroffenen aus der Bundeswehr zu entlassen und weiterzumachen wie bisher", sagte der Vorsitzende des Bundeswehrverbands und riet, die Ausbildung für die Auslandseinsätze genau zu überprüfen. "Wir sollten prüfen, ob Achtung und Respekt vor der Menschenwürde und den Grundrechten unseren Soldaten deutlich genug vermittelt werden. Auch die ethische Legitimation des Soldatenberufs muss so deutlich gemacht werden, dass auch der Letzte dies versteht." Diese Fragen stellen sich nach Ansicht von Gertz umso mehr, weil aus der Gesellschaft immer mehr junge Menschen in die Bundeswehr kämen, die mit einer Kultur von Videospielen und Gewaltvideos aufgewachsen seien. (tso/AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben