Tourismus : Taiwan und China schließen historisches Abkommen

Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt waren Vertreter beider Länder zusammengekommen. Das Ergebnis ist ein historisches Abkommen über regelmäßige Direktflüge zwischen China und Taiwan.

Peking Die Unterhändler Chinas und Taiwans haben am Freitag in Peking eine Vereinbarung unterzeichnet, mit dem sie den Tourismus über die Meerenge von Taiwan fördern wollen. In dem Dokument ist die Aufnahme von regelmäßigen direkten Charterflügen und die Ausweitung von Reisen chinesischer Touristen nach Taiwan festgelegt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das chinesische Staatsfernsehen sprach davon, dass es künftig an jedem Wochenende Flüge geben solle, statt wie bisher nur an nationalen Feiertagen. Bislang müssen Reisende zwischen Taiwan und China außerhalb der offiziellen Ferien einen Umweg über Hongkong machen. Die direkten Charterflüge sollen schon am 4. Juli starten. Jedes Wochenende werden dann 36 Flüge zwischen verschiedenen Städten Chinas und Taiwans verkehren. Auch die ersten chinesischen Touristengruppen werden schon kommenden Monat in Taiwan eintreffen.

Visa-Büros in beiden Ländern starten Tourismus-Offensive

Zuvor hatten sich die Delegationen beider Länder in Peking auf die Einrichtung von Visa-Büros im jeweils anderen Land verständigt. Derzeit werden die Visa-Anfragen von Büros in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong bearbeitet.

Das Abkommen wurde zwischen den Vorsitzenden der Pekinger Vereinigung für die Beziehungen (Arats) und der Stiftung für den Austausch über die Meerenge von Taiwan (SEF) aus Taipeh geschlossen. Die Unabhängigkeitsbestrebungen des früheren taiwanischen Präsidenten Chen Shui-bian hatten in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Abkühlung des Verhältnisses geführt.

Peking betrachtet die dem chinesischen Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Abspaltung 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Dies wird von Taipeh strikt abgelehnt. Die beiden Länder hatten ihre direkten Gespräche 1995 abgebrochen. Taiwans neuer Präsident Ma Ying-jeou bemühte sich jedoch um eine Wiederaufnahme der Verständigung zwischen den beiden Parteien. Nach neun Jahren Unterbrechung hatten die beiden Seiten am Donnerstag erstmals ihren Dialog wieder aufgenommen. (mpr/AFP/dpa)

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