Trauerfeier für getötete Soldaten : "Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben"

Verteidigungsminister Thomas De Maizière hat auf der Trauerfeier für die in Afghanistan getöteten Soldaten erneut davor gewarnt, die bisherige Strategie zu ändern. Der Bundeswehrverband ist anderer Meinung.

Maizière bei der Trauerfeier.
Maizière bei der Trauerfeier.Foto: AFP

Auf der Trauerfeier für drei in Afghanistan gefallene Soldaten hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) davor gewarnt, vor der Gewalt zurückzuweichen. „Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben“, sagte er am Freitag in Hannover.

Unter den Toten ist ein 33-jähriger Hauptmann aus dem hessischen Stadtallendorf, der am 25. Mai bei einer Sprengstoffattacke auf eine Patrouille nahe des Bundeswehrlagers in Kundus ums Leben kam. Drei Tage später wurden ein 31 Jahre alter Hauptfeldwebel aus Hannover und ein 43-jähriger Major aus Kastellaun in Rheinland-Pfalz bei einem Anschlag auf den Gouverneurssitz in Talokan getötet. Dabei wurde auch erstmals ein Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf, Bundeswehrgeneral Markus Kneip, verletzt. Kneip, der im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz behandelt wird, wollte eigentlich an der Trauerfeier teilnehmen. Seine Verletzungen wurden aber als zu schwer eingestuft.

Für de Maizière war es die erste Trauerfeier während seiner dreimonatigen Amtszeit. Den Angehörigen sprach de Maizière die „tief empfundene Anteilnahme“ der Bundesregierung und der Bevölkerung aus. Zweifel an der Mission seien zwar notwendig. Sie müssten aber überwunden werden, wenn man vom Ziel insgesamt überzeugt sei. „Und das sind wir.“ Auf dem Dresdner Kirchentag warb de Maizière am Abend um Verständnis: „Wir beten um Erlösung und Frieden in der Welt. Durch Gebete allein wird die praktische Welt aber nicht verbessert.“

Der Bundeswehrverband forderte dagegen eine Überprüfung der Konzepte. Die Antworten der deutschen Politik auf die Situation in Afghanistan seien nicht ausreichend, erklärte Verbandschef Ulrich Kirsch. Grünen-Chefin Claudia Roth verlangte eine politische Debatte über die seit Monaten andauernde Offensivstrategie der Isaf in Afghanistan. Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus kritisierte, dass die Beschaffung geschützter Fahrzeuge zu lange dauere.

Mit dem neuen Anschlag vom Donnerstag sind 34 Bundeswehr-Angehörige bei Gefechten oder Anschlägen in Afghanistan gefallen, insgesamt kamen dort 52 deutsche Soldaten ums Leben. (dpa)

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