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Trauungen wohl Mitte 2014 möglich : Homo-Ehe in Großbritannien offiziell eingeführt

Das britische Parlament hat den Weg für gleichgeschlechtliche Ehen in England und Wales frei gemacht: Erste Paare können sich voraussichtlich ab Mitte 2014 das Ja-Wort geben.

London - In Großbritannien ist der Weg für gleichgeschlechtliche Ehen in England und Wales frei. Nach dem Beschluss durch das Parlament gab am Mittwoch auch die Queen ihre formale Zustimmung zu dem Gesetz. Erste Paare können sich nun voraussichtlich ab Mitte 2014 das Ja-Wort geben. Das Gesetzesvorhaben geht auf ein Wahlversprechen der Liberaldemokraten in der Regierungskoalition zurück, deren Abgeordnete der Vorlage zusammen mit ihren oppositionellen Labour-Kollegen am Dienstag im Unterhaus zugestimmt hatten.

Vize-Regierungschef Nick Clegg von den Liberaldemokraten würdigte das Gesetz als Beweis dafür, dass homosexuelle Paare „anerkannt und wertgeschätzt werden“. In der konservativen Regierungspartei von Premierminister David Cameron stieß die Änderung dagegen vielfach auf Ablehnung. Die Neuregelung gilt nicht für Schottland und Nordirland, wo gleichgeschlechtliche Eheschließungen aufgrund eigener Gesetze vorerst unzulässig bleiben.

„Wahrscheinlich erleben wir die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit Mitte nächsten Jahres, weil es bis dahin noch einige Probleme zu lösen gilt, etwa bei den Auswirkungen auf das Rentensystem“, sagte ein Ministeriumssprecher. Vor dem Inkrafttreten ist auch noch eine Umstellung der Computerprogramme in den Standesämtern erforderlich, die Schätzungen zufolge umgerechnet 2,3 Millionen Euro kosten dürfte. Allerdings verspricht sich die Regierung durch Hotelbuchungen, Cateringaufträge und andere Ausgaben einen Wirtschaftsschub von jährlich 16,8 Millionen Euro.

Bislang konnten homosexuelle Paare in Großbritannien, ähnlich wie in Deutschland, lediglich eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Rund 50 000 Paare haben sich seit 2005 das Ja-Wort gegeben. Keine der Zeremonien fand aber bislang in einem religiösen Gebäude statt, da das gesetzlich untersagt war. AFP

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