Politik : Treffen Lehmanns mit dem Papst ohne Einigung

Ein Treffen von Papst Johannes Paul mit dem Mainzer Bischof Karl Lehmann hat offenbar keine neuen Ergebnisse im Streit um die Schwangeren-Konfliktberatung gebracht. Auf die Frage nach dem Verlauf seines Gesprächs mit dem Papst sagte Lehmann am Donnerstag in Rom, er sei mit klarem Kopf nach Rom gefahren, und er kehre mit demselben klaren Kopf nach Deutschland zurück. Das Treffen habe nichts über das hinaus ergeben, was im Brief von Kurienkardinal Joseph Ratzinger vom 8. September stehe.

Das umstrittene Thema komme aber auf der Bischofskonferenz am kommenden Montag und Dienstag zur Sprache. sagte Lehmann. Die deutschen Bischöfe haben Johannes Paul in den vergangenen Tagen ihre turnusmäßigen Pflichtbesuche abgestattet. Die so genannten Ad-Limina-Besuche finden in der Regel alle fünf Jahre statt und sollen den Bischöfen Gelegenheit geben, dem Oberhaupt der Katholiken und den Behörden der Kurie über die Situation in ihren Diözesen Bericht zu erstatten.

Die katholischen Laien wollen unterdessen bei der Fortsetzung der Schwangeren-Konfliktberatung nach einem erwarteten Ausstieg der Bischöfe flexibel in den jeweiligen Diözesen reagieren. "Wir sind darauf eingestellt, dass es in den Bistümern nicht einheitlich läuft", sagte der Sprecher des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK), Bolzenius.

Das ZdK-Präsidium hatte Ende September die Initiative für die Gründung des Vereins "Donum Vitae" (Geschenk des Lebens) ergriffen, der als Verein bürgerlichen Rechts die Konfliktberatung auf Basis der katholischen Werte fortsetzen will. Die Vorsitzende von "Donum Vitae", die frühere ZdK-Präsidentin Rita Waschbüsch, will im Rahmen der Vollversammlung am Freitag die geplante Struktur des Vereins vorstellen, der das ZdK-Präsidium voraussichtlich zustimmt. Sie ermögliche es, auf die jeweils gegebenen Strukturen in den Diözesen einzugehen, sagte Bolzenius. So könne "Donum Vitae" entweder selbst Träger von Beratungsstellen werden oder als fördernde Organisation Spenden organisieren. Wo die Konfliktberatung wie bisher von der Caritas oder dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) wahrgenommen werde, sei eine enge Zusammenarbeit geplant - "mit Sicherheit aber keine Konkurrenz".

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