Treffen mit dem Dalai Lama : China kritisiert Wieczorek-Zeul

Seit Tagen diskutieren Politiker der großen Koalition über das Gespräch von Entwicklungsministerin Heidi Wieczorek-Zeul mit dem Dalai Lama am Montag. Kurz nach dem Treffen folgt nun prompt der Protest aus China: Man lehne es ab, dass sich andere Länder in die Angelegenheiten Chinas einmischten.

Dalai Lama
Der Dalai Lama. -Foto: dpa

PekingDie chinesische Regierung hat das Treffen von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mit dem Dalai Lama kritisiert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking teilte mit: "Wir lehnen es ab, wenn andere Länder, Organisationen oder Individuen den Dalai Lama dazu benutzen, sich in innere Angelegenheiten Chinas einzumischen."

In einer der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking übermittelten Erklärung hieß es, dass die Beziehungen zwischen China und Deutschland nach dem Streit um den Empfang des Dalai Lama durch Kanzlerin Angela Merkel schrittweise wieder auf dem richtigen Weg seien. Die Bundesregierung habe versichert, Aktivitäten mit dem Ziel einer Unabhängigkeit Tibets nicht zu unterstützen.

Einziger Termin des Dalai Lama mit einem Regierungsvertreter

"Wir hoffen, dass die deutsche Seite ihre Verpflichtungen durch wirkliche Taten erfüllt und weder unterstützt noch duldet, dass der Dalai Lama Deutschland als Plattform für antichinesische oder separatistische Aktivitäten benutzt."

Die Ministerin hatte das religiöse Oberhaupt der Tibeter am Montag in Berlin empfangen. Es sei ein "sehr gutes" und "fruchtbares Gespräch" gewesen, sagte sie im Anschluss an das 45-minütige Treffen. Sie hätten auch über den Dialog Chinas mit Vertretern des Dalai Lama gesprochen. Das Treffen war der einzige Termin des Dalai Lama mit einem deutschen Regierungsvertreter. (nim/dpa)

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