Treffen von Bush und Obama : Small Talk im Oval Office

Bush und Obama treffen sich zu einem ersten Gespräch. Wird George W. aus dem Nähkästchen plaudern? Weiß er doch, wo sich bin Laden aufhält? tagesspiegel.de hat sich ausgemalt, was die beiden einander sagen könnten. Achtung: Jeder einzelne dieser Sätze ist schon einmal gesagt worden, an anderem Ort, zu anderer Zeit.

Marie Preuß,Nicole Scharfschwerdt
Bush und Obama
Obama und Bush: Was sie sich zu sagen haben. -Foto: dpa

BerlinObama

(lehnt sich genüsslich im Sessel zurück, schlägt die Beine übereinander)

: Ich spreche heute Abend nicht als Präsidentschaftskandidat zu Ihnen, sondern als Bürger - als stolzer Bürger der USA, und als Weltbürger.

Bush (irritiert): Lassen Sie mich damit beginnen zu sagen, dass ich im Jahr 2000 sagte: Wählen Sie mich. Ich bin ein Vertreter des Wandels. 2004 sagte ich: Ich bin nicht interessiert an Wandel – ich möchte als Präsident weitermachen. Jeder Kandidat muss vom Wandel sprechen. Das ist es, was die amerikanischen Wähler erwarten.

Obama (unbeirrt fortfahrend): Wenn es da draußen irgendjemand gibt, der noch zweifelt, dass Amerika ein Ort ist, wo alles möglich ist, der sich noch fragt, ob der Traum unserer Gründer heute lebendig ist…

Bush (ungeduldig, fällt Obama ins Wort): Ich weiß, dass die Menschheit und Fische friedlich koexistieren können.

Obama (mit stoischer Ruhe): …Es ist die Antwort, die von den Warteschlangen vor Schulen und Kirchen gegeben wird, in Zahlen, die diese Nation nie gesehen hat, von Leuten, die drei Stunden und vier Stunden gewartet haben, viele zum ersten Mal in ihrem Leben, weil sie glaubten, dass es dieses Mal anders sein muss, dass ihre Stimmen diesen Unterschied ausmachen können.

Bush (geistesabwesend): Vielleicht können sich nur westliche Völker selbst regieren. Vielleicht sind es nur weiße Methodisten, die fähig sind, sich selbst zu regieren.

Obama: Ich weiß, dass mein Land nicht perfekt ist. Gelegentlich taten wir uns schwer, das Versprechen von Freiheit und Gleichheit für alle unsere Bürger zu erfüllen.

Bush: Nun, ich glaube, wenn Sie sagen, Sie machen etwas und machen es nicht, das ist Glaubwürdigkeit.

Obama (nachdenklich): Ich werde jeden Tag daran erinnert, dass ich kein perfekter Mann bin - wenn nicht durch Ereignisse, dann durch meine Frau. Und ich werde auch kein perfekter Präsident sein. Aber es gibt eines, worauf Sie zählen können. Ich werde immer sagen, was ich denke und wofür ich stehe: Wir sind bereit, das Land in eine fundamental andere Richtung zu steuern. Es gibt kein Problem, das wir nicht lösen können.

Bush (schüttelt den Kopf): Nehmen Sie den Nahen Osten ernst, weil er das Zentrum ist von – das ist der Ort wo Menschen so mutlos und verzweifelt sind, dass sie bereit sind, herzukommen und US-Bürgern das Leben zu nehmen.

Obama (richtet sich auf): Jetzt ist die Zeit, neue Brücken zu schlagen.

Bush (euphorisch): Wir haben die Herrschaft eines der schlimmsten Tyrannen in der Geschichte beendet – und indem wir das gemacht haben, haben wir nicht nur das amerikanische Volk befreit, wir haben unser eigenes Volk sicherer gemacht.

Obama (nickt): Ich bin nicht gegen alle Kriege, ich bin gegen einen dummen Krieg.

Bush: Oftmals werde ich gefragt: Warum? Warum kümmerst Du Dich darum, was außerhalb Amerikas passiert?

Obama: Wir müssen den Terrorismus besiegen und die Quellen des Extremismus, die ihn begünstigen, austrocknen.

Bush: Dieser ganze Außenpolitik-Kram ist ein bisschen frustrierend…. Lassen Sie uns sicherstellen, dass es in unserer Wirtschaft Sicherheit gibt in unsicheren Zeiten. Die Wall Street hat sich besoffen, sie hat sich besoffen und hat einen Kater. Die Frage ist, wie lange sie nüchtern bleiben wird.

Obama (lässt seinen Blick schweifen): Ich hatte eine schwierige Jugend. Es gab Zeiten, in denen ich mit Drogen experimentierte, ich trank...

Bush (blickt verständnisvoll, reißt sich dann zusammen): Mein Standpunkt für das Leben ist, dass ich glaube, es gibt Leben. Das ist nicht notwendigerweise in Religion begründet. Ich glaube, es gibt da ein Leben, und deshalb die Vorstellung von Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Obama: Ich glaube, dass Jesus Christus für meine Sünden starb und ich durch ihn erlöst bin... Jetzt ist der Moment, an dem wir gemeinsam diesen Planeten retten müssen.

Bush: Wir haben genug Geld in Washington. Was wir brauchen, sind mehr Prioritäten!

Obama: Yes, we can!

Bush (steht auf und schüttelt Obama die Hand): Sie stehen vor einer der großartigsten Reisen des Lebens. Glückwunsch und viel Spaß dabei!

(Obama ab. Bush murmelnd aus dem Fenster blickend) …Ich werde lange weg sein, ehe eine schlaue Person irgendwann herausfindet, was innerhalb dieses Oval Office geschehen ist.

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