Politik : Tribunal gegen Rote Khmer beginnt

Phnom Penh - Fast drei Jahrzehnte nach dem Ende der Herrschaft der Roten Khmer hat die kambodschanische Justiz den ersten Verdächtigen an das Tribunal zur Ahndung der Verbrechen der damaligen Herrscher überstellt. Dem unter dem Namen Duch bekannten Kang Kek Ieu werde vorgeworfen, das berüchtigte Gefängnis Tuol Sleng geleitet zu haben, sagte ein Sprecher des Gerichts am Dienstag. In Tuol Sleng sollen rund 16 000 Menschen grausam gefoltert und anschließend auf den sogenannten Killing Fields getötet worden sein. Duch ist einer von nur fünf Verantwortlichen, denen nach langen Verzögerungen vor dem UN-Tribunal in der Hauptstadt Phnom Penh der Prozess gemacht werden soll.

Duch wurde nach seiner Überstellung an das Sondergericht zunächst nur verhört. Eine formelle Anklage sei bislang nicht erhoben worden, sagte der Gerichtssprecher. Duchs Anwalt betonte die Unschuld seines Mandanten: Der ehemalige Lehrer habe auf „mündliche Anweisungen von oben gehandelt“. „Er hatte nicht die Macht, irgendjemanden zu verhaften oder zu töten.“ Bislang ist Duch der einzige Inhaftierte – die anderen vier Verdächtigen leben noch in Freiheit. Auch wurden ihre Namen bislang nicht öffentlich genannt. Dem Regime der Roten Khmer fielen nach Schätzungen zwischen 1975 und 1979 rund zwei Millionen Menschen zum Opfer. AFP

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