Politik : Trittin contra Meyer: "Schlimme Entgleisung"

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Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) hat CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer mit einem Skinhead verglichen. Die Union verlangte eine Entschuldigung und warf den Grünen vor, durch ihre Asyl-Politik rechtsradikale Parteien zu stärken. Meyer behielt sich "weitere Schritte" vor.

Trittin hatte am Montag im WDR gesagt, Meyers Nationalstolz sei "so die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet". Meyer habe "die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen". Erst am Dienstagabend relativierte der Minister seinen Vergleich. "Einige Passagen in meinem Interview mit dem WDR sind in meiner Formulierung von Ihnen als persönlich verletzend empfunden worden. Dies lag nicht in meiner Absicht", schrieb Trittin an Meyer. Zugleich hielt Trittin aber in der Sache an seiner Kritik fest. Es seien "die deutschtümelnden Töne von Ihnen und Ihrer Partei, die bei mir immer wieder Unverständnis und Empörung auslösen". CDU-Chefin Angela Merkel sagte der "Bild"-Zeitung, sie finde es "ungeheuerlich, wie hier ein Mitglied der Bundesregierung über den politischen Wettbewerber spricht". Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Hans-Peter Repnik, forderte, Kanzler Gerhard Schröder solle sich von dieser "ungeheuerlichen Aussage" distanzieren. CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz sagte, Schröder solle Trittin wegen dieses "unflätigen Angriffs" zur Ordnung rufen. "Das ist eine schlimme Entgleisung", sagte Merz.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos verglich Trittin mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der gesagt hatte, es sei nicht ausgeschlossen, dass ein heutiger Skinhead in 20 Jahren Minister werde. Trittin und Thierse bewegten sich "auf der gleichen geschmacklosen Ebene", sagte Glos. Trittins Wortwahl sei "auch sportlich gesehen intolerabel". Man müsse sich fragen, ob die Grünen bewusst rechtsradikale Parteien stärken wollten, um der Union zu schaden.

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