Politik : Trittin: EU muss mehr für Klima tun

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Berlin Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) will den Klimaschutz national und international weiter verbessern. „Bei der effizienteren und sparsameren Nutzung von Energie gibt es noch große Potenziale“, sagte der Minister am Sonntag. Zum Abbau von Kohlendioxid sollten zum Beispiel Wärmeschutz-Programme für Gebäude und der Verkehrssektor beitragen. „Genau hier wird das nationale Klimaschutzprogramm ansetzen“, das das Kabinett in Kürze verabschieden soll.

Drei Tage vor Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls forderte Trittin die EU auf, für die Zukunft ehrgeizigere Emissionsziele als zuletzt zu entwickeln. Zur Abwehr des gefährlichen Klimawandels führe auch kein Weg daran vorbei, dass sich die USA, die anders als Russland den Kyoto-Klimaschutzpakt nicht unterzeichnet haben, mit verbindlichen Zusagen in kommende Verhandlungsrunden integrierten. Eine erste Chance bestehe durch das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands im Juli in Schottland. Hierfür habe der britische Regierungschef und Gastgeber Tony Blair dem Klimaschutz zentralen Stellenwert eingeräumt. Trittin: „Es ist nicht akzeptabel, wenn in den USA bei gleichem Lebensstandard pro Kopf und Jahr zweieinhalbmal so viel Treibhausgase emittiert werden wie in Europa.“

Der Minister wies Kritik der Umweltverbände zurück, wonach er sich von alten Klimaschutzzielen – wie der Verringerung der Treibhausgase im Zeitraum 1990 bis 2005 um 25 Prozent – entfernt habe. „Das 25-Prozent-Ziel wurde 1997 in Kyoto durch die Regierung Helmut Kohl offiziell ad acta gelegt, indem sie sich verpflichtete, die sechs Treibhausgase gegenüber 1990 um 21 Prozent zu senken.“ Dieses international verbindliche Ziel müsse nun im Zeitraum 2008 bis 2012 erreicht sein.dpa

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