Politik : Trittin will Gift aus Sportkleidung verbannen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) plant ein umfassendes Verwendungsverbot zinnorganischer Verbindungen, zu denen auch die umstrittene Chemikalie Tributylzinn (TBT) gehört. Noch in diesem Frühjahr solle ein entsprechender Entwurf auf den Weg gebracht werden, kündigte er am Dienstag nach einer Anhörung von Experten in Berlin an. So solle das Verbot TBT-haltiger Schutzanstriche von Schiffen, die den Bewuchs mit Algen und Muscheln verhindern, bis zum 31.12.2002 in Kraft treten. Tributylzinn wird zu 80 Prozent in solchen "Antifouling"-Mitteln verwendet. Die giftige Zinnverbindung steht im Verdacht, Hormonhaushalt, Immunsystem und Nervensystem des Menschen zu schädigen. Anfang des Jahres hatte der Fund von TBT in Sportbekleidung für Aufsehen gesorgt. Mehrere Kaufhausketten hatten Fußballtrikots zeitweise aus dem Verkauf genommen.

In Anbetracht der erwiesenen Schädlichkeit zinnorganischer Verbindungen bestehe "dringender Handlungsbedarf", betonte Trittin. Neben Verwendungsverboten seien die freiwillige Reduzierung zinnorganischer Verbindungen durch die Industrie sowie die Festlegung von Höchstwerten denkbar. So hätten Textilhersteller von sich aus einen Verzicht auf die giftigen Chemikalien erklärt.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar