Politik : "Triumph der Freiheit" und "Revolution" - Politiker im Ausland zum Mauerfall

US-Präsident Bill Clinton bezeichnete den 9. November 1989 als "einen der glücklichsten und wichtigsten Tage des 20. Jahrhunderts". Der Fall der Mauer sei einer der "bemerkenswertesten Triumphe der menschlichen Freiheit" gewesen. Das Ziel eines "stabilen, geeinten und demokratischen Europas" sei jedoch noch nicht erreicht, betonte Clinton in einer außenpolitischen Grundsatzrede. Auf dem Weg dahin gebe es drei "Herausforderungen" - eine solide Partnerschaft mit Russland, Stabilität auf dem Balkan und dauerhafte Versöhnung zwischen Griechenland und der Türkei.

Das offizielle Russland verfolgte mit einem gewissen Desinteresse die Feiern in Deutschland. Einzig Außenamtssprecher Wladimir Rachmanin erklärte, der 9. November 1989 habe die militärische und politische Gegnerschaft innerhalb Europas beendet. Der zehnte Jahrestag biete nun Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie sich "neue Trennungslinien innerhalb Europas und ein Wiedererwachen der alten Blockmentalität" vermeiden ließen. Gemeinsam müssten Ost und West auf eine sicherere und stabilere Welt hinarbeiten.

Auch Frankreichs Präsident Jacques Chirac nutzte die Gelegenheit für einen Blick auf künftige Herausforderungen. Chirac räumte im Deutschlandfunk ein, dass es mit Bundeskanzler Gerhard Schröder nach dessen Amtsantritt zunächst einige "Meinungsverschiedenheiten" gegeben habe. Diese seien jedoch inzwischen "sehr freien und freundschaftlichen Beziehungen" gewichen. Gemeinsam mit Berlin arbeite Paris daran, Europa zu einem ernst zu nehmenden Gegengewicht zu den USA zu machen. Beide Partner hätten den gemeinsamen Willen, an einer "multipolaren Welt" teilzunehmen - mit der Europäische Union als "extrem wichtigen Pol".

Großbritanniens Premierminister Tony Blair bezeichnete den 9. November 1989 in einem Schreiben an Schröder als "eines der bewegendsten und denkwürdigsten Ereignisse zu meinen Lebzeiten". Der Fall der Mauer sei "ein wichtiger Meilenstein in der europäischen Geschichte", vor allem aber eine "großartige Errungenschaft des ganzen deutschen Volkes".

Für die Präsidentin des Europa-Parlaments, Nicole Fontaine, war die friedliche Revolution in der DDR gleichzeitig auch eine "europäische Revolution". Der 9. November sei ein Feiertag für alle Europäer, denn gefeiert würden "die Menschenrechte und die Demokratie".

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