Triumph für Mitte-Links-Parteien : Regierungswechsel in Slowenien und Kroatien

Im Zeichen der Schuldenkrise haben Slowenien und Kroatien ihre bisherigen Regierungen abgewählt. In beiden Länder konnten Mitte-Links-Koalitionen bei den Parlamentswahlen Erfolge feiern.

Die Wahlsieger von Kroatien feiern: Ivan Jakovic, Zoran Milanovic, Ratimir Cacic und Silvano Hrelja (v. l. nach r.). Foto:
Die Wahlsieger von Kroatien feiern: Ivan Jakovic, Zoran Milanovic, Ratimir Cacic und Silvano Hrelja (v. l. nach r.).

Die Nachbarländer Slowenien und Kroatien haben unter dem Druck der Schuldenkrise ihre Regierungen abgewählt. Bei den Parlamentswahlen in Slowenien am Sonntag kam es zu einer echten Überraschung: Die Mitte-Links-Partei des Bürgermeisters von Ljubljana, Zoran Jankovic, erhielt entgegen allen Prognosen die meisten Stimmen. Nach Auszählung der Wahlzettel lag seine Partei mit 28,5 Prozent in Führung. Alle Umfragen hatten in den vergangenen Wochen einen Sieg der Mitte-Rechts-Partei des früheren Ministerpräsidenten Janez Jansa vorhergesagt, der jedoch nur 26,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte.

Um eine Regierung zu bilden, muss sich Wahlgewinner Jankovic nun Partner suchen. Die Bildung einer Koalition könnte sich nach Einschätzung von Experten allerdings als schwierig gestalten und einige Wochen in Anspruch nehmen. Zur EU gehört Slowenien mit seinen rund zwei Millionen Bürgern seit 2004, drei Jahre später hat das Land den Euro eingeführt.

Kroatien: Erdrutschsieg für Opposition

Bei der Parlamentswahl in Kroatien fuhr die Opposition offenbar einen deutlichen Sieg ein. Nach Auszählung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen kam der Mitte-Links-Block um den früheren Diplomaten Zoran Milanovic auf 78 Sitze in der 151 Plätze umfassenden Kammer. Damit verlieren die seit acht Jahren regierenden Konservativen wie erwartet ihre Mehrheit und das Land wird 2013 unter einer neuen Regierung der EU beitreten.

Milanovic hat seinen rund 4,3 Millionen Landsleuten angekündigt, dass sie mehr, härter und länger arbeiten müssen, um das stark vom Tourismus geprägte Land an der Adria wieder in Schwung zu bringen. Nach einer Boom-Phase geriet hier das Wachstum in Folge der Finanzkrise 2009 ins Stocken.

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