Trotz Abkommen : Iran will Uran weiter im eigenen Land anreichern

Iran hat zugestimmt mehr als eine Tonne leicht angereichertes Uran in der Türkei zu lagern. Im Gegenzug erhält es höher angereichertes für einen Reaktor. An der Grundhaltung Teherans im Atomstreit mit dem Westen ändert das nichts.

Trotz der Einigung über eine Uran-Anreicherung im Ausland will Teheran auch weiterhin selbst radioaktives Material anreichern. Der Iran werde die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran "auf seinem Territorium" fortsetzen, sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast nach der Unterzeichnung eines Vertrags mit Brasilien und der Türkei. Darin hatte der Iran zugestimmt, in der Türkei 1200 Kilogramm Uran mit einem niedrigen Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent zu lagern.

Spätestens ein Jahr später soll er im Gegenzug dafür 120 Kilogramm Uran für seinen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran erhalten, das ebenfalls auf 20 Prozent angereichert wurde.

Russland hat eine genaue Prüfung der Berichte angekündigt. Bis dahin werde sich Moskau nicht zu einem angeblichen Abkommen zwischen Brasilien und der Türkei sowie dem Iran äußern. Das sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des russischen Außenministeriums am Montag nach Angaben der Agentur Interfax. "Uns liegen bisher keine offiziellen Informationen vor, daher halten wir uns mit Reaktionen zurück." Russland, das Vetomacht im UN-Sicherheitsrat ist, hatte dem Iran zuletzt gemeinsam mit weiteren Staaten im Atomstreit mit Sanktionen gedroht.

Der Iran hatte im Februar selbst damit begonnen, Uran anzureichern. Dies sorgte für scharfe Kritik des Westens, der den Iran verdächtigt, heimlich an Atomwaffen zu bauen. Teheran betont dagegen stets den rein zivilen Charakter seines Atomprogramms. (sf/AFP)

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