Politik : Trotz persönlicher Intervention noch keine Lösungsrezepte

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Der britische Premierminister Tony Blair traf am Dienstag zum ersten Mal seit neun Monaten persönlich in Nordirland ein, um den gelähmten Friedensprozess zu neuem Leben zu erwecken. Im Schloss Hillsborough konferierte Blair mit Nordirlands Parteichefs, anschließend wollte er sich in Dublin mit der irischen Regierung absprechen. Seit der Suspendierung der nordirischen Selbstverwaltung im März suchen Dublin und London - nicht ohne bilaterale Differenzen und Spannungen - nach Garantien der IRA, dass sie endgültig auf den Einsatz gewaltsamer Mittel verzichtet und sich auf ihre Abrüstung verpflichtet. Doch fertige Rezepte fehlen.

Am 22. Mai jähren sich die Volksabstimmungen in beiden Teilen Irlands über das Friedensabkommen zum zweiten Mal. Diese Frist gilt als vorläufig letzte Chance, denn anschließend steigt der politische Kesseldruck ohnehin wegen der anstehenden Sommerparaden der militanten Gruppen Nordirlands. Und in nicht allzu ferner Zukunft beginnen die Vorbereitungen für Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich wie auch in der Republik Irland. Nordirland hat, so scheint es, noch eine letzte Möglichkeit, sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der beiden Regierungen zu erfreuen. Danach droht dem Norden das Ablagekörbchen für hoffnungslose Fälle.

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