Trotz Rettungseinsätzen im Mittelmeer : 2016 starben schon fast 3000 Flüchtlinge

Auf dem Seeweg nach Europa sterben immer mehr Flüchtlinge. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen 2016 bereits mindestens 2977 Kinder, Frauen und Männer bei der Flucht über das Mittelmeer um.

Traurige Ankunft in Trapani: Im Mittelmeer sterben immer mehr Flüchtlinge.
Traurige Ankunft in Trapani: Im Mittelmeer sterben immer mehr Flüchtlinge.Foto: AFP

Rettungskräfte haben auf mehreren Flüchtlingsbooten im Mittelmeer 17 Leichen entdeckt. Bei dem Einsatz in der Straße von Sizilien seien am Donnerstag insgesamt 1128 Bootsinsassen gerettet worden, teilte die italienische Küstenwache mit. Die Flüchtlinge hatten sich demnach mit fünf Schlauchbooten und drei anderen Booten auf den Weg nach Italien gemacht. An dem Rettungseinsatz beteiligten sich auch britische und irische Schiffe sowie die Helfer der deutschen Organisation Sea Watch. Bereits am Mittwoch waren 22 tote Flüchtlinge von einem Schlauchboot vor der italienischen Küste geborgen worden.

Trotz internationaler Rettungseinsätze sterben auf dem Seeweg nach Europa immer mehr Flüchtlinge. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Jahresbeginn bereits mindestens 2977 Kinder, Frauen und Männer bei der Flucht über das Mittelmeer um. Die traurige Zahl von 3000 Todesopfern allein im Jahr 2016 werde wohl schon in den kommenden Tagen und damit weit früher erreicht als in den beiden vergangenen Jahren, sagte IOM-Sprecher Joel Millman am Freitag vor Reportern in Genf. Diese Entwicklung sei „sehr alarmierend“.

Laut IOM waren 2014 bis zum 21. September 3000 Flüchtlinge auf dem Seeweg umgekommen. Diese traurige Marke sei in den vergangenen beiden Jahren nicht so früh erreicht worden, sagte IOM-Sprecher Joel Millman am Freitag in Genf. „2014 war es September, 2015 Oktober.“ Seit Ende März seien täglich etwa 20 Migranten und Flüchtlinge ums Leben gekommen, die meisten von ihnen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf der Strecke von Libyen nach Italien. /IOM IN GENF]Angesichts dessen sei zu befürchten, dass es bis Ende dieses Jahres weit mehr Todesopfer unter den Mittelmeerflüchtlingen geben werde als je zuvor. Insgesamt hätten 2016 bis zum 20. Juli insgesamt 242 179 Flüchtlinge auf den verschiedenen Mittelmeerrouten Italien, Griechenland, Zypern und Spanien erreicht – rund 22 000 mehr als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres. (dpa/AFP/rtr)

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