Trump und die "Alt Right" : Wie das Weiße Haus mit Rechtsradikalen verflochten ist

Der eine will den Staat zerstören. Der andere beruft sich auf Antisemiten. Der Dritte macht Nazi-Anspielungen. Alle umgeben Trump. Unser Blendle-Tipp.

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Zorn der Stille. Nach den Ausschreitungen von Charlottesville ziehen Demonstranten vors Weiße Haus.
Zorn der Stille. Nach den Ausschreitungen von Charlottesville ziehen Demonstranten vors Weiße Haus.Foto: Pablo Martinez Monsivais/dpa

Richard Spencer keucht vor Wut. Er ist zum Auto gerannt, seine geröteten Augen tränen noch vom Reizgas, das die Polizei in Charlottesville versprüht hat. Spencer ist auf dem Weg hinaus aus dem Stadtzentrum, wo seine Freunde aus verschiedenen rechtsradikalen Gruppen ihre größte Machtdemonstration seit Jahren veranstalten, manche mit Helmen auf dem Kopf, Schutzschilden in der Hand, Schusswaffen im Holster.

Polizisten haben Spencer gerade zusammen mit anderen rechten Demonstranten sehr handfest aus einem Park gedrängt. In der Stadt gibt es schwere Ausschreitungen, eine Gegendemonstrantin wird von einem Neonazi überfahren. Der Gewaltexzess am vergangenen Sonnabend schockiert das ganze Land.

Auch Spencer ist geschockt. Aber nicht über die Brutalität seiner Gesinnungsgenossen, sondern darüber, dass die Polizei gegen ihn und seine Leute vorgeht. „Ich bin außer mir“, sagt Spencer in einem Video, das er auf dem Beifahrersitz aufnimmt und später zusammen mit weiteren Kommentaren im Internet veröffentlicht. Er schimpft auf die Stadtverwaltung, die den Aufmarsch der Rechten verboten hat, und verkündet den Einwohnern der liberalen Universitätsstadt in Virginia: „Ihr glaubt, dass wir uns fügen? Nein. Wir werden Charlottesville zum Zentrum des Universums machen. Wir werden noch öfter herkommen!“

Der „Alt-Right“-Begriff wurde von Spencer selbst geprägt

Spencer ist kein brutaler Nazi-Schläger. Aber das heißt nicht, dass der 39-Jährige mit dem akkurat geschnittenen Haar und dem beruhigenden Lächeln harmlos ist. Dass in Charlottesville eine Gegendemonstrantin von einem Rechtsextremisten getötet wurde, stört ihn allenfalls, weil so etwas „kontraproduktiv für die Bewegung“ ist, wie er sagt.

Richard Spencer gilt als der Vordenker der „Alt-Right“, der Alternativen Rechten, jener Bewegung, die den Rechtsradikalismus in den USA salonfähig gemacht hat. Und er ist eine Schlüsselfigur bei den Verflechtungen zwischen dem rechten Rand und dem Weißen Haus, die seit Charlottesville den Präsidenten Donald Trump in die Enge treiben. Manche dieser Verbindungen bestehen seit Jahren.

Ende November 2016, im Saal eines Konferenzzentrums in Washington, 500 Meter vom Weißen Haus entfernt. Spencer spricht bei der Jahresversammlung seines Nationalen Politik-Institutes, das so etwas wie das intellektuelle Zentrum der Neuen Rechten in Amerika ist. Die „Alt-Right“ – der Begriff wurde vor zehn Jahren von Spencer selbst geprägt – hat sich an weiß gedeckten Tischen versammelt, um Trumps Wahlsieg ...

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