Trumps möglicher Botschafter bei der EU : Ted Malloch: Griechen werden den Euro verlassen

Trumps möglicher Kandidat für den Posten des US-Botschafters bei der EU, Ted Malloch, stichelt weiter gegen die EU - und sagt Griechenlands Euro-Austritt voraus.

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Den Austritt Griechenlands aus dem Euro prophezeit der mögliche US-Botschafter bei der EU, Ted Malloch.
Den Austritt Griechenlands aus dem Euro prophezeit der mögliche US-Botschafter bei der EU, Ted Malloch.Foto: picture alliance / dpa

Provokationen an die Adresse der EU sind bei Ted Malloch an der Tagesordnung. In einer BBC-Talkshow wurde der mutmaßliche Kandidat von US-Präsident Donald Trump für den Posten des US-Botschafters bei der Europäischen Union jüngst gefragt, was er vom EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker halte. „Jean-Claude Juncker war, glaube ich, ein sehr geeigneter Bürgermeister irgendeiner Stadt in Luxemburg, und vielleicht sollte er zurückgehen und dies wieder tun“, sagte Malloch. Tatsächlich war Juncker zwischen 1995 und 2013 luxemburgischer Premierminister, aber mit diesem Faktum nahm es der Vertraute Trumps nicht so genau.

Malloch ist ein glühender Verfechter des Brexit

Der 64-jährige Malloch ist Unternehmer, Wirtschaftsprofessor und ein glühender Anhänger des Brexit. Im vergangenen Monat war die Nachricht durchgesickert, dass Malloch auf Empfehlung des Ex-Chefs der EU-kritischen Ukip-Partei, Nigel Farage, Trumps Botschafter in Brüssel werden könnte. Vergangene Woche forderten die Fraktionschefs der Christdemokraten, Liberalen und Sozialdemokraten im Europaparlament in Briefen an EU-Ratschef Donald Tusk, dass er keine Akkreditierung bei der Gemeinschaft erhalten dürfe. Der Grund: Ein Mann wie Malloch, der den Niedergang der EU und den Zerfall des Euro vorhergesagt hat, sei für den Botschafterposten ungeeignet.

Ungeachtet der Bedenken setzt Malloch seine gegen die EU gerichteten Spaltungsversuche fort. In einem Interview mit dem griechischen Nachrichtensender Skai sagte er nun voraus, dass der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone auf Bitten der Regierung in Athen innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre stattfinden werde.

Ablehnende Front gegen Malloch im EU-Parlament

Derartige Äußerungen haben die Ablehnung Mallochs im EU-Parlament nun noch weiter zementiert. „Malloch soll wegbleiben, er ist als Person nicht akzeptabel“, sagte der SPD-Abgeordnete Knut Fleckenstein dem Tagesspiegel. „Wer das Ende des Euro-Raumes voraussagt und die EU als undemokratisches supranationales Gebilde bezeichnet, der disqualifiziert sich als EU-Botschafter der USA“, erklärte der SPD-Außenpolitiker weiter. Malloch kokettiere damit, dass er als Diplomat schon einmal dazu beigetragen habe, eine Union zu sprengen. Gemeint ist die Sowjetunion. Allein der Vergleich von EU und Sowjetunion zeige: „Wir brauchen ihn hier nicht, und auch die Amerikaner brauchen ihn in Europa nicht, weil er die wesentliche Aufgabe eines Diplomaten nicht erfüllen kann: bei unterschiedlichen Positionen das gegenseitige Verständnis zu vergrößern.“

Der CDU-Abgeordnete Michael Gahler vermutet indes, dass Malloch gar nicht US-Botschafter in Brüssel werden will: „Meine Einschätzung ist, dass es jemand, der sich so einlässt, auf eine negative Entscheidung anlegt, weil er in Wirklichkeit einen anderen Job anstrebt.“

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