Tschechien : Keine Fortschritte bei Regierungsbildung

In Tschechien haben sich die Befürchtungen einer schwierigen Regierungsbildung eine Woche nach dem Patt bei der Parlamentswahl bestätigt.

Prag - Bei Diskussionen zwischen Vertretern der beteiligten Parteien am Sonntag im Fernsehen deutete sich kein schneller Weg aus der Sackgasse an. Wahlsieger Mirek Topolanek von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) lehnte eine große Koalition mit den Sozialdemokraten (CSSD) ebenso vehement ab wie Neuwahlen. Der CSSD-Vorsitzende und scheidende Ministerpräsident Jiri Paroubek schlug ein Kabinett aus parteilosen Experten vor und sagte, er rechne mit einer Regierungsbildung «vermutlich im August».

Topolanek warb erneut für ein Bündnis aus ODS, Grünen (SZ) und christdemokratischer KDU-CSL, das aber mit 100 der 200 Sitze keine Mehrheit im Parlament besitzt. Eine solche Koalition würde die CSSD jedoch nicht tolerieren, betonte Paroubek. Er kündigte noch für Sonntag ein vertrauliches Gespräch mit Topolanek an. Auch der einflussreiche ODS-Vize-Vorsitzende Petr Necas bremste Erwartungen auf eine baldige Einigung. «Ich gehe davon aus, dass die Verhandlungen noch einige Wochen dauern», sagte er am Sonntag. (tso/dpa)

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