Politik : Tschernobyl: Ukrainer gedenken der Opfer der Reaktorkatastrophe

Mit einer bewegenden Zeremonie haben die Ukrainer am Donnerstag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 15 Jahren gedacht. In der Haupstadt Kiew beteten Präsident Leonid Kutschma und Ministerpräsident Wiktor Juschtschenko in einer Morgenmesse gemeinsam für die Toten des Atom-Unfalls. Bis heute nennen die Behörden in Kiew offiziell die Zahl von 31 Toten. Inoffiziellen Schätzungen zufolge starben jedoch an den Folgen der Katastrophe zwischen 15 000 und 30 000 Menschen. In einer Rede an die Nation sprach Kutschma von einer "globalen Tragödie". UN-Generalsekretär Kofi Annan rief in New York dazu auf, "Tschernobyl niemals zu vergessen". Die internationale Gemeinschaft forderte er zu einem verstärkten Engagement für die Millionen von Strahlenopfern auf.

Als Zeichen staatlicher Anteilnahme besuchten die in einen Machtkampf verstrickten Politiker Kutschma und Juschtschenko gemeinsam die Trauerfeier in der Kirche in Darnisa östlich von Kiew. In Anwesenheit von mehreren hundert Menschen legten Soldaten einen Kranz am Denkmal für die Toten nieder und schossen eine Ehrensalve. Kutschma fuhr anschließend nach Tschernobyl weiter.

In Moskau, der weißrussischen Hauptstadt Minsk und anderen Städten wurde ebenfalls der Opfer von Tschernobyl gedacht. Der russische Ministerpräsident Michail Kasjanow bekräftigte indes das Festhalten seines Landes an der Kernenergie. Die Sicherheit in den Atomkraftwerken müsse allerdings weiter verbessert werden, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax.

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