Politik : Tschetschenien: Rebellenführer getötet

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Moskau - Der russischen Armee ist ein harter Schlag gegen die tschetschenischen Rebellen gelungen: Spezialeinheiten töteten den Anführer des tschetschenischen Rebellen, Adul-Malik Sadulajew. Er sei im Rahmen einer gezielten Operation durch Truppen des Innenministeriums in seinem tschetschenischen Geburtsort Argun eliminiert worden, sagte der Regierungschef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, am Samstag der Agentur Interfax. Nachfolger wurde nach Angaben des „Außenministers“ der von Moskau nicht anerkannten Rebellenregierung, Achmed Sakajew, Saidullajews bisherige Stellvertreter Doku Umarow. Er soll dem radikalen Milizenchef Schamil Bassajew nahestehen.

Sadulajew, auch als „Präsident Itschkeriens“ bekannt, galt als radikal und wurde dem streng muslimischen wahabitischen Zweig der Rebellen zugeordnet. Der Tod Sadulajews werde die Situation in Tschetschenien kaum verändern, sagte der russische Politologe Sergej Markow. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Rebellenführer und tschetschenischen Ex-Präsidenten Aslan Maschadow, sei Sadulajew nie eine politische Autorität gewesen. Sadulajew war im März 2005 nach dem Tod Maschadows zu dessen Nachfolger als Führer des Untergrundes aufgerückt. Um die Situation in Tschetschenien zu verbessern, müssten einige Figuren mehr beseitigt werden, unter ihnen der Chef des islamistischen Flügels der Rebellen, Schamil Bassajew, sagte Markow weiter. Sadulajew war im ersten Tschetschenienkrieg von 1994 bis1996 Feldkommandeur der Separatisten. Als fundamentalistischen Gruppen nahe stehender Rebell befürwortete er die Ausweitung des Krieges in die muslimischen Nachbarrepubliken mit dem Ziel, im Kaukasus einen religiösen Staat zu schaffen. dpa/AFP

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