Politik : Tschüss Gabi

Matthias Meisner

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Im Herbst 1998 wäre den Grünen beinahe Joschka abhanden gekommen. Rot-Grün hatte die Wahl gewonnen, und der damalige Grünen-Fraktionsvorsitzende Fischer wurde von Gerhard Schröder zum Außenminister der Bundesrepublik Deutschland berufen. Die ersten schriftlichen Erklärungen aus dem Auswärtigen Amt nach dem Regierungswechsel kamen dann von einem Joseph Fischer – einem bis dahin unter diesem Namen unbekannten Politiker. Doch Image zählte rasch mehr als der Name im Pass. Joschka blieb – auch als Außenminister – Joschka. Das lernten auch die Beamten im Außenamt ziemlich schnell.

Für die PDS ist es nun, vier Jahre später, andersherum gekommen. Sie hat die Wahl verloren. Und jetzt kommt ihr auch noch Gabi als Parteichefin abhanden. Jene Vorsitzende also, die nach ihrer Wahl auf dem Cottbuser Parteitag im Oktober 2000 vom Genossen-Chor gefeiert wurde: „Für Gabi tue ich alles“, sangen die Delegierten damals.

Doch eine Gabi Zimmer zum Anfassen soll es nicht mehr geben. Zimmers Berater haben die Parole ausgegeben, Gabi aus Thüringen künftig nur noch Gabriele zu nennen. So steht es bereits seit Wochen in den offiziellen Mitteilungen des Karl-Liebknecht-Hauses. Die Genossen erhoffen sich, dass die umstrittene Vorsitzende so endlich auch draußen im Lande für voll genommen wird. Nur die Internet-Seite www.gabizimmer.de erinnert noch an alte Zeiten.Doch es besteht kein Zweifel: Auf Dauer ist Gabi nicht zu retten. Selbst das „Neue Deutschland“ ist auf den neuen Parteikurs eingeschwenkt – und berichtet nur noch über Gabriele Zimmers Aktivitäten.

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