Tückische Waffen : USA, China und Indien horten Minen

Friedensaktivisten verlangen von den USA, Russland und China, im internationalen Kampf gegen Antipersonenminen ihre Außenseiterrolle aufzugeben. Die Militärmächte wehren sich.

Jan Dirk Herbermann

Genf Rund zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Abkommens gegen die tückischen Waffen fehlen die drei größten Militärmächte noch immer auf der Liste der Vertragsstaaten. Das bestätigte die Kampagne für das Verbot von Landminen am Donnerstag in Genf. Die Rüstungsgegner präsentierten ihren Landminenbericht 2009.

Indien und Pakistan sperren sich ebenfalls gegen einen Beitritt zu der Internationalen Konvention über das Verbot von Antipersonenminen. Insgesamt sagen 39 Staaten Nein zu dem Pakt, der am 1. März 1999 in Kraft trat.

China, Russland, USA, Indien und Pakistan horten zusammen rund 160 Millionen Antipersonenminen. Steve Goose von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch betonte jedoch, dass eine Kehrtwende der US-Administration denkbar sei. „Es bewegt sich etwas“, sagte er.

Laut dem Landminenbericht erwägen die USA eine Delegation zur zweiten Überprüfungskonferenz des Vertrages gegen Antipersonenminen zu schicken. Das Treffen findet vom 29. November bis zum 4. Dezember 2009 in der kolumbianischen Stadt Cartagena statt. Zudem nutzen die US-Streitkräfte die Waffen seit Jahren nicht mehr. Auch verzichtet Washington freiwillig auf die Produktion und den Handel mit den Sprengsätzen. Die Konvention verbietet den Einsatz, die Lagerung, die Herstellung und den Transfer von Antipersonenminen. Zudem verpflichten sich die bislang 156 Vertragsstaaten, ihre Arsenale zu zerstören und die verseuchten Gebiete zu räumen.

Antipersonenminen, Munitionsrückstände und andere Sprengsätze verletzten und töteten seit 1999 fast 74 000 Menschen in 119 Ländern. In Afghanistan sind die meisten Opfer zu beklagen gewesen. Das Land am Hindukusch meldete zwischen 1999 und 2008 rund 12 000 Tote und Verletzte. Die zweithöchste Opferzahl zwischen 1999 und 2008 verzeichnet Kambodscha (7300), gefolgt von Kolumbien (6700). Insgesamt ging laut den Aktivisten aber die Zahl der Opfer von Antipersonenminen zurück. 

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