Politik : Türke wegen Al-Qaida-Hilfe verhaftet

War Ömer Ö. Mitglied der Sauerlandgruppe?

Karlsruhe/Sindelfingen - Der Bundesgerichtshof hat Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Helfer des Terrornetzwerks Al Qaida erlassen. Der 30 Jahre alte Türke Ömer Ö. soll die Organisation unterstützt und Kämpfer geworben haben. Ö. hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft vom Samstag von 2005 bis Anfang 2007 auf Anweisung des bereits vorher angeklagten Terrorverdächtigen Aleem N. in Deutschland Bargeld und Ausrüstungsgegenstände für Kämpfer der Al Qaida beschafft. Die Ausrüstungsgegenstände – eine schusssichere Weste und ein Laptop – sowie das Geld soll N. in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gebracht und an Verantwortliche des Terrornetzwerks übergeben haben.

Ö. wurde am Freitag von Beamten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes in Sindelfingen bei Stuttgart festgenommen. Der 30-Jährige soll seit 2006 im Auftrag von N. in seinem Bekanntenkreis nach geeigneten Kämpfern zur Unterstützung für das von Osama bin Laden gegründete weltweite Terrornetzwerk gesucht haben. Ö. habe eine Vorauswahl vorgenommen und die Ausgewählten N. vorgestellt, der diese mit Empfehlungsschreiben ausstattete. Zwei Menschen traten daraufhin von Deutschland aus die Reise zu Ausbildungslagern an, eine Person wurde im Umgang mit Sprengstoffen ausgebildet. Ö. soll selbst 2006 mit einem Empfehlungsschreiben von N. eine Ausbildung in einem Al-Qaida-Lager absolviert haben.

N. muss sich demnächst vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz verantworten. Der Deutsche pakistanischer Herkunft soll in Pakistan in einem Terrorcamp gewesen sein, Geld für Al Qaida beschafft sowie potenzielle Kämpfer geworben und teils vermittelt haben. Der Beschuldigte war am 14. Februar festgenommen worden.

Nach früheren Berichten soll N. auch Kontakte zu den drei mutmaßlichen Sauerland-Terroristen gehabt haben, gegen die bereits Anklage erhoben wurde. Die Sauerland-Zelle, zu deren Kern zwei zum Islam übergetretene Deutsche sowie ein Türke gehören, soll massive Sprengstoffanschläge auf Amerikaner in Deutschland geplant haben. Ö. stand nach SWR-Informationen schon seit Monaten unter Beobachtung durch die Ermittler. Der Mann, der mit seinen Eltern und Geschwistern in einem Sindelfinger Mehrfamilienhaus lebt, wurde von den Ermittlern zur Sauerland-Gruppe gezählt und galt als deren „Nummer 8“. dpa

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