Türkei : Deutsche Geiseln könnten bald freikommen

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK will sich in Kürze zu der Geiselnahme von drei deutschen Touristen äußern. Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, geht davon aus, dass die Entführten in den nächsten Tagen freikommen.

Ankara/BerlinDie PKK wird die am Berg Ararat entführten deutschen Bergsteiger nach Überzeugung des Nahost-Experten Udo Steinbach gut behandeln und bald freilassen. "Die kurdische Sache würde bei PKK-Sympathisanten vor allem in Deutschland an Unterstützung verlieren, wenn es zu einer langen Geiselhaft oder sogar zu einem Mord kommen sollte", sagte Steinbach in Berlin.

Die PKK hatte die Entführung mit den "jüngsten Aktionen" der Bundesregierung gegen ihre Partei begründet. Die PKK wird sich voraussichtlich an diesem Donnerstag in einer Erklärung zur Entführung der drei deutschen Bergsteiger äußern. Das berichtete die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat unter der Ortsmarke Amsterdam auf ihrer Internetseite. Die drei Männer im Alter von 33, 47 und 65 Jahren waren am Dienstagabend in Osttürkei in einem Camp am Berg Ararat verschleppt worden.

Einen Tag nach der Entführung von drei deutschen Bergsteigern am Ararat haben die türkischen Behörden den Berg im Osten des Landes für Touristen gesperrt. Bis auf weiteres dürften keine Alpinisten mehr dorthin, sagte der Gouverneur Cetin am Donnerstag.

Krisenteam zu restlichen Bergsteigern unterwegs

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat ein Kriseninterventionsteam in die Osttürkei geschickt. Es soll sich dort um die übrigen Mitglieder der 13-köpfigen Gruppe kümmern, wie der DAV mitteilte. Der Einsatz erfolge in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und den in der Türkei tätigen Einsatzkräften.

Eine DAV-Sprecherin sagte, die drei Mitglieder des Interventionsteams verfügten über eine spezielle Zusatzausbildung im Krisenmanagement. Der Alpenverein habe in anderen Fällen gute Erfahrungen damit gemacht, "psychologisch geschulte Leute hinzuschicken". "Wir hoffen, dass wir noch heute Kontakt zur Gruppe bekommen", sagte sie. (mhz/dpa/ddp)

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