Türkei : Drei Tote und 20 Verletzte in Antalya

Eine große Explosion erschütterte gestern den Touristenort Antalya in der Türkei. Nach Behördenangaben wurden drei Menschen getötet und weitere 20 verletzt, darunter auch drei Deutsche.

Istanbul - Bei einer Explosion im türkischen Touristenort Antalya sind am Montag mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Wie türkische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben berichteten, ereignete sich die Explosion vor einem Gebäude der Stadtverwaltung gegenüber von einem Markt. Nach der Detonation breitete sich ein Feuer aus. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Bei einer Serie von Bombenanschlägen an der türkischen Mittelmeerküste und in Istanbul wurden bereits in der Nacht zum Montag 27 Menschen verletzt.

Drei Deutsche und vier Israelis verletzt

Bei der Explosion sind auch drei Deutsche leicht verletzt worden. Sie hätten das Krankenhaus jedoch mittlerweile wieder verlassen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Leichte Verletzungen erlitten auch vier israelische Touristen, wie das israelische Außenministerium mitteilte.

Eine Touristin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion habe sich in einem an der Hauptstraße von Antalya gelegenen Café-Restaurant ereignet, das in Flammen aufgegangen sei. Zahlreiche Verletzte seien an Ort und Stelle versorgt worden. Einige hätten Wunden im Gesicht. Die Scheiben nahe liegender Gebäude seien zu Bruch gegangen.

Kurdische Organisation bekennt sich

Unterdessen hat sich eine kurdische Rebellenorganisation zu den Anschlägen auf Touristen an der türkischen Mittelmeerküste und in Istanbul bekannt, bei denen in der Nacht zu Montag 27 Menschen verletzt wurden. Die Gruppierung Kurdische Freiheitsfalken (TAK) erklärte auf ihrer Website, sie habe die Attentate in Marmaris und Istanbul als Vergeltungsmaßnahme für die Inhaftierung des Chefs der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, begangen. Zu den Anschlägen in Antalya äußerte sich die Gruppierung nicht.

Die TAK kämpft für ein unabhängiges Kurdistan und hatte vor einigen Monaten vermehrte Anschläge auf Ferienorte angedroht. Beim bisher blutigsten Attentat der Gruppierung waren im Juli 2005 im westtürkischen Badeort Kusadasi fünf Menschen getötet worden, unter ihnen eine britische und eine irische Touristin. Öcalan, der auf der Insel Imrali eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, wird von der Regierung in Ankara als Hintermann der TAK betrachtet.

Bombe war in Minibus deponiert

Drei der Explosionen vom Vorabend erschütterten nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu den besonders bei britischen Urlaubern beliebten Badeort Marmaris, eine weitere Istanbul. Unter den Verletzten waren zehn Briten. Für die Anschläge übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Der verwendete Sprengstoff ließ türkischen Medienberichten zufolge jedoch auf kurdische Rebellen schließen.

Zehn Briten und elf Türken wurden verletzt, als in einem Minibus in Marmaris eine unter den Fahrersitz gelegte Bombe explodierte, wie der örtliche Gouverneur, Temel Kocaklar, mitteilte. Der Wagen war in einer Hauptgeschäftsstraße mit vielen Bars und Gaststätten unterwegs. Etwa eine Dreiviertelstunde später gab es den Nachrichtensendern CNN-Türk und NTV zufolge in der Nähe des Hafens eine weitere Explosion; eine dritte Explosion ereignete sich in einer Wohnanlage. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Paketbombe in Istanbul

Eine Paketbombe explodierte im europäischen Teil Istanbuls im belebten Viertel Bagcilar, wie Anadolu unter Berufung auf die Polizei meldete. Der Sprengsatz sei in der Nähe eines öffentlichen Gebäudes gelegt worden. Die sechs Verletzten seien Einheimische. Keiner von ihnen sei in Lebensgefahr. (tso/AFP)

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