Politik : Türkei fordert Auslieferung von PKK-Chefs

Ankara/Erbil - Die türkische Regierung hat den Irak aufgefordert, sämtliche Lager der kurdischen Rebellen im Norden des Landes zu schließen. Außerdem solle die Regierung in Bagdad die Anführer der verbotenen separatistischen Rebellengruppe PKK ausliefern, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag. Sein Vize kündigte an, die Türkei werde mit ihrem geplanten Militäreinsatz im Nordirak Ernst machen. „Wir haben die Entscheidung getroffen, und wir werden das tun, was notwendig ist“, sagte Vizeministerpräsident Cemil Cicek der Zeitung „Zaman“. Der Zeitpunkt sei offen. Die türkische Regierung hat in dieser Woche die Armee zu Militäroperationen gegen die PKK auf irakischem Gebiet ermächtigt. Die PKK steuert ihre in jüngster Zeit verstärkten Angriffe in der Türkei vom Nordirak aus. Der irakische Kurdenpolitiker Massud Barsani kündigte Gegenwehr an, sollten türkische Truppen vorstoßen. „Wir sind entschlossen, unsere demokratischen Errungenschaften, die Würde unseres Volkes und die Unversehrtheit unseres Landes zu verteidigen.“

Die größte Fraktion der Sunniten im irakischen Parlament, die Irakische Konsensfront, hat am Freitag die Freilassung des zum Tode verurteilten ehemaligen Verteidigungsministers Sultan Haschim Ahmed gefordert. Ahmed, der unter Saddam Hussein Militärkommandeur und Minister gewesen war, habe als Offizier großen „Patriotismus und Heldenmut“ bewiesen. Ahmed hatte sich nach der Invasion von 2003 den US-Truppen gestellt. Das Sondertribunal für die Verbrechen des alten Regimes hatte ihn am 24. Juni zusammen mit Saddams Cousin Ali Hassan al Madschid („Chemie-Ali“) und einem ehemaligen Militärkommandeur wegen Völkermordes an den Kurden zum Tod verurteilt. Die US-Armee weigert sich jedoch bisher, Ahmed dem Henker zu übergeben. AFP/dpa

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