Türkei : Irakische Kurden protestieren gegen Einmarsch-Pläne

Aus Protest gegen die Entscheidung der türkischen Regierung, einen Militärschlag gegen die Arbeiterpartei PKK im Irak zu erlauben, sind tausende Kurden auf die Straße gegangen. Vom Nordirak ausgehend hatten PKK-Kämpfer Anschläge auf türkische Soldaten verübt.

Bagdad Tausende von irakischen Kurden haben gegen die türkischen Pläne für einen Feldzug im Nordirak protestiert. Arabische Abgeordnete in Bagdad kritisierten ebenfalls die Entscheidung des türkischen Parlaments, das der Regierung in Ankara am Vortag grünes Licht für einen grenzüberschreitenden Militärschlag gegen Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK gegeben hatte.

Die irakischen Parlamentarier forderten die kurdische Autonomieregierung im Norden jedoch gleichzeitig auf, Maßnahmen gegen die PKK-Kämpfer zu ergreifen, die vom Nordirak aus Anschläge verüben und türkische Soldaten angreifen. Der sunnitische Parlamentarier Omar Abdul Sattar sagte, die "terroristischen Angriffe" der PKK müssten gestoppt werden. Er forderte "die Vertreibung der Angehörigen der kurdischen Arbeiterpartei aus dem Irak". Dazu ist die Regierung des Autonomiegebietes mit Sitz in Erbil bislang nicht bereit. In der Kurden-Provinz Dohuk protestierten nach Angaben der Agentur mehr als 5000 Demonstranten gegen die Drohungen der Türkei.

In Erbil gingen hunderte Kurden auf die Straße, darunter viele Studenten und Beamte. Sie riefen: "Der Schutz der Grenzen Kurdistans ist eine nationale Pflicht" und "Nein zu einer militärischen Lösung". Das Parlament in Ankara hatte der Regierung am Mittwoch die Erlaubnis für grenzüberschreitende Angriffe erteilt. Diese Genehmigung gilt zunächst für ein Jahr. Sie bedeute nicht, wie türkische Politiker betonen, dass die Armee auf jeden Fall in den Nordirak einmarschieren werde. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Angriffe von PKK-Kämpfern in der Nähe der Grenze gegeben. Bei einem dieser Angriffe waren am 7. Oktober 13 türkische Soldaten getötet worden. (mit dpa)

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