• Türkei Missbrauchsprozess: Steinmeier: Ich werde die Freiheit des 17-Jährigen einfordern

Türkei Missbrauchsprozess : Steinmeier: Ich werde die Freiheit des 17-Jährigen einfordern

Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird den türkischen Botschafter treffen, um den Fall des inhaftierten deutschen Jugendlichen zu besprechen. Der 17-Jährige ist in der Türkei des Missbrauchs einer 13-Jährigen Britin angeklagt.

Marco Türkei
Der 17-Jährige Marco sitzt seit zehn Wochen wegen einer Strafanzeige einer Britin in türkischer Haft. -Foto: dpa

NürnbergBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will sich für die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Schülers aus Uelzen (Niedersachsen) einsetzen. "Dies ist ein bedauerliches Schicksal, das uns nicht kalt lässt. Wir unterstützen die Familie nach besten Kräften. Die Botschaft ist aktiv. Ich werde mich morgen mit dem türkischen Botschafter treffen und die Freiheit des 17-Jährigen einfordern", sagte Steinmeier am Rande einer Menschenrechtskonferenz in Nürnberg.

Ministerpräsident Wulff richtet sich an Erdogan

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) schaltet sich jetzt ein. "Ich wende mich heute noch an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, dass er sich um diesen Fall persönlich kümmern möge", sagte Wulff. "Nach allem, was wir wissen, ist die Haft völlig unangemessen." Der Jugendliche müsse sofort freigelassen werden. Der Fall mache deutlich, wie stark die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern seien. "Es sollte daraus hoffentlich kein größerer Konflikt zwischen der Türkei und Deutschland werden", sagte Wulff.

Der 17 Jahre alte Schüler war vor zehn Wochen wegen eines Urlaubsflirts mit einer 13-jährigen Britin in der Mittelmeerstadt Antalya in Haft genommen worden. Die Mutter des Mädchens hatte den Realschüler wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. (mit dpa)

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