Politik : Türkei: Panzer derzeit kein Thema

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Berlin/Düsseldorf Die Lieferung von Kampfpanzern aus Deutschland steht für die Türkei derzeit nicht zur Debatte. „Das steht nicht auf der Tagesordnung“, sagte der türkische Außenminister Abdullah Gül am Montag nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Joschka Fischer in Berlin. Es könne aber sein, dass in Zukunft eine Zusammenarbeit mit der deutschen Rüstungsindustrie benötigt werde, sagte Gül. Zur Zeit werde darüber aber nicht diskutiert.

„Der Spiegel“ hatte am Wochenende berichtete, die Verhandlungen über die Panzerlieferungen seien schon weit fortgeschritten. So habe sich eine türkische Delegation schon vor Wochen in Deutschland aufgehalten, um in Depots der Bundeswehr gebrauchte Leopard-II-Panzer zu inspizieren. Insgesamt seien die Türken an 350 gebrauchten Panzern interessiert. Lediglich der Preis sei noch Gegenstand von Verhandlungen, berichtete das Magazin.

Zur Debatte um Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU sagte Gül dem „Handelsblatt“, sein Land habe „natürlich einige Probleme“. „Man kann von keinem Land sagen, dass es perfekt wäre, aber das Wichtige ist, dass man sich vornimmt, diese Probleme oder Rückständigkeiten zu erledigen“, argumentierte der Außenminister. Gül begrüßte, dass die Union auf eine Unterschriftenaktion zum EU-Beitritt der Türkei verzichtet und betonte: „Es hätte eine Bombe in der Hand platzen können. Ich rechne das sehr hoch an, dass man das aus der Welt geschafft hat.“ Gül wollte am Montag in Berlin auch mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel zusammentreffen. ddp/hb

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