Türkei : Proteste gegen Erdogan

In Ankara haben am Sonntag mehrere tausend Menschen gegen eine mögliche Kandidatur des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan für die Präsidentschaft demonstriert.

Ankara - Organisiert wurde der Protest von der linksnationalistischen Partei DSP, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. DSP-Chef Zeki Sezer rief Erdogan demnach auf, auf eine Kandidatur zu verzichten, da er sich nicht den republikanischen Werten der Türkei und dem laizistischen Vermächtnis von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk verpflichtet fühle.

Viele Beobachter in Ankara erwarten, dass Erdogan selbst Staatspräsident werden will. Gegner des Ministerpräsidenten befürchten für diesen Fall eine Islamisierung des Staates. Der Nachfolger des amtierenden Präsidenten Ahmet Necdet Sezer wird Anfang Mai vom Parlament für eine siebenjährige Amtszeit gewählt.

Erdogans Regierungspartei AKP hat im Parlament eine große Mehrheit und kann deshalb nach eigenen Angaben im Alleingang über den neuen Staatschef bestimmen. Erdogan hat sich bisher nicht zu seinen Ambitionen geäußert und angekündigt, die AKP werde ihren Kandidaten erst nach dem Beginn der offiziellen Anmeldefriest am 16. April präsentieren. (tso/AFP)

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