Politik : Türkei und USA reden über Syrieneinsatz

Istanbul - In Ankara haben Vertreter der Türkei und der USA erstmals über einen möglichen Militäreinsatz in Syrien beraten. Militärs, Geheimdienstler und Diplomaten sprachen über eine Reaktion auf einen Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung, verlautete am Donnerstag aus dem türkischen Außenministerium. Der russische Syrien-Beauftragte Gennadi Gatilow teilte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP mit, Damaskus garantiere, diese Massenvernichtungswaffen im Bürgerkrieg nicht einzusetzen.

US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen schon vor dem Treffen als „rote Linie“ bezeichnet, deren Überschreitung eine Militärintervention zur Folge habe. Ein Einsatz von Chemiewaffen würde „erzwingen, die bisherige Herangehensweise zu überdenken“, teilte der britische Premier David Cameron am Donnerstag mit.

Unterdessen haben die syrischen Regierungstruppen eine große Offensive bei Damaskus gestartet. Mindestens 15 Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag getötet. Nach zweitägigem Artilleriebeschuss griffen Bodentruppen unterstützt von Panzern und Kampfhubschraubern den Ort Daraja wenige Kilometer südwestlich der Hauptstadt an. Landesweit sprachen die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London und die Örtlichen Koordinationskomitees von mindestens 100 Toten bei den Bürgerkriegskämpfen.

Amnesty International warf der syrischen Regierung vor, wahllos Wohnviertel zu bombardieren. Die Menschenrechtsorganisation habe rund 30 Angriffe in Aleppo untersucht, bei denen mindestens 80 unbeteiligte Zivilisten getötet worden seien, teilte Amnesty mit. Die überwiegende Anzahl der verstorbenen Zivilisten sei „durch Luft- und Artillerieangriffe von Regierungstruppen getötet“ worden. Der Bericht prangert insbesondere den mehrfachen Beschuss eines Krankenhauses und einer Warteschlange vor einer Brotausgabe an.

China gab bekannt, zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon 3,7 Millionen Euro bereitzustellen. Die Hilfe solle „die freundschaftlichen Gefühle der chinesischen zur syrischen Bevölkerung belegen“. AFP

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