Politik : Türkei will Assads Familie Asyl bieten

Istanbul - Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat der Familie des syrischen Staatschefs Baschar al Assad Asyl in der Türkei in Aussicht gestellt. Derzeit gebe es keine entsprechende Bitte aus Syrien, sagte Gül während einer Reise durch die Golfstaaten mitreisenden türkischen Journalisten. „Aber wenn es so etwas gibt, wird natürlich alles in Erwägung gezogen.“ Zuvor hatte der türkische Präsident betont, er sehe keine Chance mehr für einen Machterhalt Assads. „Das Ende ist absehbar“, sagte er über die Lage in dem unruhigen Nachbarland.

Die syrische Opposition hatte vor wenigen Tagen von einem angeblichen Fluchtversuch von Assads Ehefrau Asma und ihren drei Kindern aus Syrien berichtet. Wegen der Gewalt der Regierung Assad gegen die Protestbewegung im Land war die Türkei in den vergangenen Monaten immer mehr von ihrem früheren Partner Syrien abgerückt. Inzwischen fordert Ankara den Rücktritt Assads und die Erfüllung der Forderung nach politischen Veränderungen. Während Außenminister Guido Westerwelle Assad offen zum Rücktritt auffordert, will Russland seine Waffenexporte nach Syrien noch immer nicht stoppen. Der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow sagte laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen, derzeit gebe es keine Einschränkungen für Rüstungsexporte nach Syrien. Russland müsse seine Verpflichtungen gegenüber Damaskus erfüllen.

Russland, ein langjähriger Verbündeter und Waffenlieferant Syriens, blockiert seit Monaten eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, die die Gewalt gegen Demonstranten in Syrien verurteilen würde. Auch einen neuen Resolutionsentwurf, der unter anderem ein Waffenembargo und den Rücktritt von Assad fordert, lehnt Russland ab. Moskau erklärte, dass es keinen Text unterstützen werde, in dem eine militärische Intervention wie in Libyen gebilligt oder ein Machtwechsel gefordert werde.

In Syrien haben Sicherheitskräfte nach Angaben der Opposition mindestens neun Demonstranten getötet. Außerdem sei es beim Gedenken an ein Massaker zu Massenfestnahmen gekommen. AFP/dpa

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