Politik : Türkei will Versöhnung mit Israel Ankara erwartet aber

eine Entschuldigung

Istanbul - Die Türkei hat ihren Willen zur Beilegung der diplomatischen Krise mit Israel nach dem blutigen Angriff auf eine Hilfsflotte für den Gazastreifen bekräftigt. „Wir wollen uns mit Israel versöhnen, wir wünschen friedliche Beziehungen mit allen Ländern“, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, beharrte Davutoglu aber auf der türkischen Forderung nach einer Entschuldigung und der Zahlung von Entschädigungen an die Familien der Opfer des Angriffs. „Wenn unsere Freundschaft mit Israel andauern soll, sind eine Entschuldigung und Entschädigungen der einzige Ausweg“, sagte Davutoglu.

Israel wies die Forderung nach einer Entschuldigung zurück. Dieses Ersuchen grenze an eine Unverschämtheit, sagte Israels Außenminister Avigdor Lieberman am Sonntag vor israelischen Diplomaten. „Wenn überhaupt, warten wir auf eine Entschuldigung der türkischen Regierung und nicht andersherum.“ Israelische Sondereinheiten hatten beim Sturm auf eine Flottille mit Hilfsgütern für den abgeriegelten Gazastreifen Ende Mai neun türkische Aktivisten getötet. Dies hatte zu schweren Verwerfungen der Beziehungen beider Länder geführt.

Am Sonntag hießen tausende Menschen das türkische Schiff „Mavi Marmara“ im Istanbuler Hafen Sarayburnu willkommen. Die Menge schwenkte türkische und palästinensische Flaggen und rief „Allah ist groß“. Die Fähre hatte an der Flotte teilgenommen, die Hilfsgüter in den von Israel abgeriegelten Gazastreifen bringen sollte. Nach Angaben der islamischen Hilfsorganisation IHH, der die „Mavi Marmara“ gehört, sollte die Kundgebung auch an den Beginn der israelischen Militäroffensive gegen den Gazastreifen vor zwei Jahren erinnern. Diese war der Anlass für die Entsendung der Hilfsflotte gewesen. AFP/rtr

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