Türkisch-kurdischer Konflikt : PKK lässt verschleppte türkische Soldaten frei

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat die Freilassung acht türkischer Soldaten bestätigt, die sie Ende Oktober bei Gefechten in der Türkei verschleppt hatte. Sie wurden an Vertreter der kurdischen Regionalverwaltung übergeben.

IstanbulDie Soldaten seien um 7:30 Uhr irakischer Zeit (5:30 Uhr MEZ) freigekommen, sagte PKK-Sprecher Abdurrahman Cadirci: "Ich habe sie persönlich an Karim Sindschari, den Innenminister der kurdischen Regionalregierung, und Othman Hadschi, Innenminister, übergeben", sagte Cadirci. Zuvor hätten Vertreter der Regionalregierung sowie ein führender Vertreter der türkischen Kurdenpartei DTP vermittelt.

Cadirci machte keine Angaben zum Ort der Freilassung. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu fand sie jedoch an einem "sicheren Ort" im Nordirak statt. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat hatte zuvor gemeldet, die Soldaten seien an drei DTP-Abgeordnete übergeben worden. Firat zitierte PKK-Vertreter, denen zufolge die Freilassung einer friedlichen Beilegung des Kurdenkonflikts dienen sollte. Die DTP-Abgeordneten Osman Özcelik, Aysel Tugluk und Fatma Kurtulan waren am Samstag von der Türkei in den Nordirak gereist, um sich für die Freilassung der Soldaten einzusetzen. Die Soldaten, die am 21. Oktober im Südosten der Türkei in PKK-Gefangenschaft geraten waren, sollten demnach noch im Laufe des Tages in die Türkei gebracht werden.

Die Türkei droht mit einer Militärintervention im Nordirak, weil die PKK von dort aus immer wieder Ziele im Irak angreift. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will an diesem Montag in Washington mit US-Präsident George W. Bush über Wege zur Bekämpfung der PKK im Nordirak sprechen. (mit AFP)

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