Türkische Kritik an Syrien : Erdogan fordert Assad zum Rücktritt auf

Der Druck auf das Assad-Regime in Syrien wächst weiter. Nun hat auch der traditionelle Verbündete Türkei den Ton gegenüber dem syrischen Präsidenten erneut verschärft.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte Assad auf, endlich seine Macht abzugeben.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte Assad auf, endlich seine Macht abzugeben.Foto: dpa

Die türkische Regierung hat den syrischen Präsidenten Baschar el Assad erstmals offen zum Rücktritt aufgefordert. Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden und Frieden für das syrische Volk zu ermöglichen, müsse Assad die Macht abgeben, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag vor Abgeordneten der türkischen Regierungspartei AKP.

Die Türkei ist ein traditioneller Verbündeter Syriens, hat in den vergangenen Monaten den Ton gegenüber Damaskus wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die Protestbewegung aber stetig verschärft. Zuletzt hatte Erdogan auch ein Eingreifen des Auslands in den Konflikt nicht mehr ausgeschlossen.

Blutiger Aufstand gegen Assad
18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
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18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

Seit dem Beginn der Proteste gegen Assads Regierung Mitte März starben nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 3500 Menschen.

Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung soll am Dienstag über eine Resolution Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens befinden, die die Gewalt in Syrien verurteilt. Im UN-Sicherheitsrat war eine Verurteilung der Regierung in Damaskus bisher am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert.

Mit dem Umweg über die Vollversammlung wollen die Europäer erreichen, dass der Sicherheitsrat in einer Resolution zur blutigen Niederschlagung der syrischen Protestbewegung Stellung bezieht.

(AFP)

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