TÜRKISCHE MASSAKER AN DEN ARMENIERN : Gefoltert, getötet, geleugnet

Die Massaker und Vertreibungen vor mehr als 90 Jahren im Osmanischen Reich bleiben Zankapfel zwischen Eriwan und Ankara. Während Armenien von über einer Million ermordeter Menschen zwischen 1915 und 1917 spricht, gibt die Türkei bisher lediglich den Tod von 250 000 bis 500 000 Armeniern zu. Die armenische Bevölkerung wurde damals zum „Binnenfeind“ erklärt und gewaltsam in die unwirtlichen Wüsten Mesopotamiens in Richtung des heutigen Irak vertrieben. Ein Großteil der Armenier wurde aber bereits auf dem Weg dorthin oder in Gefangenenlagern getötet. Die Armenier bezeichnen das Massaker heute als Völkermord. Das Europaparlament benutzt diese Bezeichnung seit 1987 ebenfalls, Deutschland aber bislang nicht. Die Türkei räumt zwar den Tod hunderttausender Menschen ein, rechtfertigt ihn aber als „Bestrafungsmaßnahme“ gegen eine schuldige Bevölkerung. AFP/Tsp

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