Tunesien : Tunis klagt ausgewiesenen Amri-Kontaktmann an

Ein Kontaktmann des Berlin-Attentäters Anis Amri soll in seiner Heimat Tunesien wegen "Zugehörigkeit zu einer Terrorgruppe" angeklagt werden. Der 26-Jährige war Mittwoch aus Deutschland ausgewiesen worden.

Ein Soldat bewacht am Jahrestag der tunesischen Revolution von 2011 das Innenministerium in Tunis.
Ein Soldat bewacht am Jahrestag der tunesischen Revolution von 2011 das Innenministerium in Tunis.Foto: Reuters

Die tunesische Staatsanwaltschaft will den aus Deutschland ausgewiesenen Kontaktmann des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri wegen "Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe" anklagen. Die tunesischen Behörden verfügten über Beweise, dass sich der Mann einer Dschihadisten-Miliz in Syrien anschließen wollte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sofiene Sliti, am Donnerstag. Demnach war er aber nicht an dem Anschlag im Dezember in Berlin beteiligt.

Die sächsischen Behörden hatten den 26-Jährigen am Mittwochmorgen abgeschoben. Der Tunesier hatte sich am Vorabend des Anschlags vom 19. Dezember in einem Berliner Restaurant mit seinem Landsmann Amri getroffen. Er bestreitet, von den Anschlagsplänen gewusst zu haben. Anfang Januar wurde er in Berlin in Haft genommen, allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag, sondern weil er in der Hauptstadt des Sozialbetrugs verdächtigt wurde.

Amri hatte nach Erkenntnissen der Ermittler am 19. Dezember in Berlin einen Lastwagen gekapert und war damit in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren. Zwölf Menschen wurden getötet. (AFP)

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