TV-Duell Merkel contra Steinbrück : Entertainer Stefan Raab wieder im Rennen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück rudert nach seiner Kritik, dass Politik keine Unterhaltungssendung sei, jetzt wieder zurück. Und Angela Merkel zeigt sich offen für die Moderation durch Stefan Raab.

Soll Entertainer Stefan Raab das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück moderieren oder nicht? Partei hat er noch nicht ergriffen, denn die Buchstaben "AM" auf dem Adler im Hintergrund stehen nicht etwa für "Angela Merkel", sondern für "Absolute Mehrheit". So heißt seine Polit-Show.
Soll Entertainer Stefan Raab das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück moderieren oder nicht? Partei hat er noch nicht...Foto: dpa

Stefan Raab ist wieder im Rennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich offen für ein TV-Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unter der Moderation des Entertainers Stefan Raab. Die Kanzlerin spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Journalisten, die die Fragen stellen, würden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt.

Steinbrück wiederum ruderte am Freitag zurück. Nachdem er ein Duell unter der Moderation mit Raab ablehnte mit dem Hinweis, dass Politik keine Unterhaltungssendung sei, sagte der "Bild"-Zeitung nun: "Wenn Angela Merkel dann auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen", sagte Steinbrück. Zugleich erneuerte er seine Forderung nach zwei TV-Duellen mit der Kanzlerin. "Ich halte zwei TV-Duelle, am besten eins mit privaten und eins mit öffentlich-rechtlichen Sendern für angemessen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat. "Darüber gibt es Verhandlungen zwischen den Sendern, uns und der CDU. Die Sender schlagen dabei die Moderatoren vor." Steinbrück bekräftigte aber seine Bedenken. Er sagte, Raab mache höchst erfolgreich Unterhaltungssendungen im Fernsehen, die sich viele mit Vergnügen ansähen. „Er ist kein politischer Journalist“, gab der Sozialdemokrat zu bedenken.

Kanzlerin Merkel hatte zuletzt mitteilen lassen, sie sehe keinen Grund, von ihrer Tradition der Jahre 2005 und 2009 abzuweichen, jeweils nur eine TV-Debatte zu führen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll es mit dem 8. September bereits einen festen Termin für ein TV-Duell geben. Die Bundestagswahl findet am 22. September statt. Regierungssprecher Seibert sagte aber, dass der Zeitpunkt noch geklärt werden müsse.

Den Entertainer Raab als Co-Moderator hatte der frühere CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber vorgeschlagen, um auch jüngere TV-Zuschauer für Politik zu interessieren. Raab selbst bekundete in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" Interesse daran, ein Fernsehduell mitzumoderieren. "Wir haben das mit dem Sender ernsthaft diskutiert und finden es eine sehr reizvolle Idee. Ich bin mir mit ProSiebenSat.1 einig, dass wir dieses Experiment wagen wollen", sagte Raab. Er wolle aus dem TV-Duell "auch gar keine Unterhaltungsshow machen, sondern nur für Pro Sieben Sat.1 am journalistischen Katzentisch Platz nehmen und Fragen beisteuern", fügte Raab hinzu. Darüber hinaus sei Politik auch "kein Wunschkonzert". "Ich glaube nicht, dass sich die Sender in ihre journalistische Unabhängigkeit hineinreden lassen und Kanzler und Herausforderer bisher die Moderatoren des TV-Duells aussuchen durften", sagte Raab weiter. (AFP/dpa)

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