Politik : U-Boot-Kollision: Washington unter Druck aus Tokio

Japan hat die USA zur rückhaltlosen Aufklärung der Vorgänge in dem U-Boot "Greeneville" aufgefordert, das vergangene Woche den Untergang eines japanischen Fischereischiffes verschuldete. Der japanische Außenminister Yohei Kono erörterte das Thema am Donnerstag in einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell. Wenn sich herausstelle, dass tatsächlich Zivilisten für den Zusammenstoß verantwortlich gewesen seien, wäre dies ein "extrem schwerwiegender Vorfall", sagte Kono nach Angaben seines Ministeriums.

Ein ehemaliger Befehlshaber der US-Streitkräfte im Pazifik arrangierte laut einem Medienbericht den Aufenthalt der Zivilisten auf dem U-Boot. Wie der amerikanische Fernsehsender KITV meldete, handelt es sich dabei um den Admiral im Ruhestand Richard Macke, der bereits in der Vergangenheit für Verstimmungen im Verhältnis zwischen Washington und Tokio gesorgt hatte. Macke hatte seinen Dienst 1996 quittieren müssen, weil er die Vergewaltigung eines japanischen Mädchens durch amerikanische Soldaten auf der Insel Okinawa mit den Worten kommentierte, sie hätten besser eine Prostituierte mieten sollen.

Wie die US-Navy mitteilte, sei es nicht ungewöhnlich, dass ehemalige Militärs Zivilistengruppen auf Boote vermittelten. Nach Berichten von KITV soll es sich dabei um besonders großzügige Spender für eine amerikanische Militärstiftung handeln.

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