Politik : U-Boot-Rettungsmanöver: Nato probt Bergung aus 160 Metern Tiefe

Die Nato hat am Montag vor der Südküste der Türkei mit dem größten U-Boot-Rettungsmanöver in ihrer Geschichte begonnen. Die Übung "Sorbet Royal" findet seit 1986 alle drei Jahre statt und war bereits vor dem Untergang des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" in der Barentssee geplant. Die Nato erklärte, das Unglück zeige die Notwendigkeit für eine internationale Zusammenarbeit bei der Rettung von Seeleuten aus havarierten U-Booten.

Militärsprecher Kapitän Serdar Dulger sagte, fünf Nato-Schiffe, eine türkische Fregatte und Boote der Küstenwache wollten am Montag nach vier versunkenen U-Booten suchen. Während der Übung bis zum 13. September sollten dann mit Hilfe eines Mini-U-Bootes Seeleute aus 160 Metern Tiefe gerettet werden. Das Manöver findet vor der Küstenstadt Mersin statt. Daran teilnehmen wollten vier U-Boote aus der Türkei und Italien, ein Atom-U-Boot aus den USA und sieben weitere Schiffe. Israel, Argentinien, Singapur und Schweden schickten Beobachter. Die Bundeswehr ist mit zwei Militärärzten an der Übung beteiligt. Die britische Marine musste ihre Teilnahme an dem Manöver absagen, weil es sein Mini-U-Boot zur Rettung der 118 Seeleute an Bord der "Kursk" in die Barentssee geschickt hatte. Die Rettungsaktion blieb letztlich vergeblich.

Die "Sorbet Royal" sollte eigentlich im vergangenen Jahr stattfinden, wurde aber verschoben, nachdem bei einem schweren Erdbeben in der Türkei etwa 17 000 Menschen ums Leben gekommen waren, wie Dulger erklärte. Die letzte "Sorbet Royal" gab es 1996 in Norwegen.

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