• Über 100 Menschen sterben bei Blutbad in Thailand Schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Muslimen

Politik : Über 100 Menschen sterben bei Blutbad in Thailand Schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Muslimen

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(mkb/kbe). Im überwiegend von Muslimen bewohnten Süden Thailands sind am Mittwoch bei Gefechten mehr als 100 Menschen getötet worden. Der blutigste Tag in der Geschichte der Region ist der bisherige Höhepunkt einer Gewaltwelle, bei der bislang seit Jahresbeginn rund 65 Menschen getötet worden waren. Der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra sagte vor Journalisten in Bangkok: „Die heutigen Überfälle sind das Werk krimineller Banden, die versuchten, Waffen zu stehlen.“ Fast alle Beobachter glauben dagegen an einen Konflikt zwischen militanten Muslimen und den Sicherheitskräften Thailands. Die Bevölkerung des Landes ist zu 90 Prozent buddhistisch.

Am Mittwoch hatten überwiegend junge Männer in drei südlichen Provinzen kurz vor Morgengrauen zehn Polizei und Militärposten überfallen. Nach thailändischen Medienberichten trugen einige von ihnen schwarze Kleidung und islamische Gebetskappen. Soldaten, die offenbar auf die Überfälle gefasst waren, eröffneten sofort das Feuer. Korrespondenten berichteten, dass nach schweren Kämpfen, bei denen mehrere Gebäude verbrannten, Dutzende Leichen auf den Straßen lagen. Stundenlang verfolgten Soldaten mit Hilfe von Armeehubschraubern Angreifer, die geflüchtet waren. In der Provinz Pattani umzingelten Sicherheitskräfte eine Moschee, die sie am Nachmittag stürmten. Bei ihrer Aktion töteten sie alle 30 Männer, die sich dort verschanzt hatten.

Nach thailändischen Armeeangaben starben am Mittwoch insgesamt 112 Menschen. General Chaisit Shinawatra sagte der Nachrichtenagentur AFP, unter den Toten seien zwei Soldaten und drei Polizisten. Am Abend war die Lage im Süden Thailands ruhig, blieb aber angespannt. Soldaten errichteten viele Straßensperren, die Einwohner verließen ihre Häuser nicht. Das Nachbarland Malaysia hat die Sicherheitsvorkehrungen an seiner Grenze zu Thailand verstärkt.

Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen am Mittwoch keine Informationen vor, dass deutsche Urlauber von den Auseinandersetzungen betroffen waren. Die Diplomaten raten allerdings dringend von Reisen in die fünf südlichsten thailändischen Provinzen Narathiwat, Pattani, Yala, Songhkla und Satun ab. Auch für den restlichen Süden Thailands bestehe eine „erhöhte Gefährdungslage“. Dies betrifft unter anderem die beliebten Ferieninseln Phuket und Koh Samui. Generell sollten Reisende an Tourismuszielen mit großen Menschenmengen vorsichtig sein, rät das Auswärtige Amt.

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