Politik : Über den schwarzen Schatten gesprungen (Kommentar)

M.G.

Politik statt Ideologie. So könnte man das Votum des Bundesrates überschreiben, künftig so genannte Fixerstuben zu erlauben. Zwei CDU-geführte Bundesländer - das Saarland und Hessen - sind über ihren Schatten gesprungen. Sie haben sich letztlich den besseren Argumenten gebeugt, statt weiterhin starr den Dogmen konservativer Drogenpolitik nachzulaufen. Der Druck auf diese Landesregierungen kam von der Basis, von Saarbrücken und Frankfurt am Main. Denn zwischen den meisten Kommunen, egal welche Parteien ihre Bundesländer regieren, herrscht mittlerweile Konsens, dass Drogenkonsumräume mit in das Spektrum heutiger Suchthilfe gehören. Deren vier Säulen sind Prävention, Therapie, Repression und Schadensbegrenzung. Drogenkonsumräume lindern die Übel langjähriger Sucht, ohne sie heilen zu können. Der Gesundheitszustand der Junkies bessert sich, die offenen Drogenszenen schrumpfen, Fixerspritzen liegen längst nicht mehr so zahlreich auf Kinderspielplätzen herum wie früher. Und viele dieser hoffnungslosen Langzeitfälle kommen nach Jahren zum ersten Male wieder mit Betreuungspersonal in Kontakt.

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