Überfall auf Wohnheim : Mindestens 25 Studenten bei Angriff in Nigeria getötet

Bewaffnet und in Uniform fielen die Männer in das Studentenwohnheim im nigerianischen Mubi ein. Sie töteten mindesten 25 Menschen. Ihre Opfer suchten sie offenbar gezielt aus. Das ist untypisch für die radikalislamische Sekte Boko Haram. Beobachter vermuten einen anderen Hintergrund der Bluttat.

Waren die Studentenwahlen der Anlass für den grausamen Überfall auf ein Wohnheim im nigerianischen Mubi?
Waren die Studentenwahlen der Anlass für den grausamen Überfall auf ein Wohnheim im nigerianischen Mubi?Foto: AFP

Bei einem Angriff auf Studentenunterkünfte in der Nähe einer Hochschule in Nigeria sind nach Behördenangaben mindestens 25 Studenten getötet worden. Die Opfer sollen bei dem Überfall, der am späten Montagabend begann und sich bis in den Dienstagmorgen hineinzog, gezielt herausgesucht und getötet worden sein. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe einer Polytechnischen Schule in der Stadt Mubi im Nordosten des Landes. Einwohner sprachen gegenüber der BBC sogar von mehr als 40 Toten. Der Student Danjuma Aiso erklärte, die Angreifer hätten Leute wie ihn attackiert, die in Unterkünften außerhalb des Campus' wohnen.

Ein Einwohner von Mubi sagte dem britischen Sender BBC, Männer in Uniformem seien in ein Wohnheim gegangen und hätten die Bewohner aufgefordert hinaus zu gehen. Dann sollten sie ihre Namen nennen. Einige seien dann erschossen, andere erstochen worden. Unter den Opfern waren sowohl Muslime als auch Christen.

Wer hinter den Angriffen steckt, war zunächst unklar. „Die Krise in Mubi ist vermutlich angeheizt worden von den Studentenwahlen auf dem Campus“, sagte ein Sprecher der nigerianischen Katastrophenschutzbehörde, Yushau Shuaib. An diversen Hochschulen und Universitäten in Nigeria agieren Studentenvereinigungen inzwischen wie kriminelle Banden, um die Macht auf dem Campus zu erobern.

Die Angreifer hätten ihre Opfer namentlich herausgesucht und andere unbehelligt gelassen, sagte ein Polizeisprecher im nigerianischen Bundesstaat Adamawa, Ibrahim Muhammad. Die radikalislamische Sekte Boko Haram, die in der Gegend aktiv ist, gehe anders vor, sie würde einfach das Feuer eröffnen. Die Extremistengruppe Boko Haram war in jüngster Zeit für zahlreiche Massaker und Angriffe vor allem auf christliche Einrichtungen in Nigeria verantwortlich. Am Samstag waren drei Studenten bei einer Attacke in der Nähe des Universitätsgeländes in der nahe gelegenen Stadt Maiduguri getötet worden. Maiduguri gilt als das spirituelle Zentrum der radikalen Islamisten von Boko Haram, was übersetzt so viel wie „westliche Bildung ist Sünde“ bedeutet. (dapd)

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