Politik : Überfischung kostet jährlich 50 Milliarden

Rom - Die Überfischung der Weltmeere kostet jährlich etwa 50 Milliarden Dollar. Das geht aus einem Bericht der Weltbank und der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor. „Nachhaltige Fischerei erfordert den politischen Willen, die Anreize zum Überfischen zu ersetzen“, sagte der bei der Weltbank für Fischerei zuständige Experte Kieran Kelleher. „Es geht nicht nur um Fische und Boote. Wir brauchen eine Reform des Fischereiwesens.“ So sollten die Zuschüsse abgebaut werden, um die enormen Überkapazitäten zu verringern. „Überfischung bedeutet weniger Fische und höhere Kosten, um diese zu fangen. Zu viele Fischerboote führen wegen der überflüssigen Investitionen und Betriebskosten zu verringerten Gewinnen.“ Dabei sei die Schätzung der jährlichen Verluste für die Fischerei „konservativ“, weil illegale Fischerei und Freizeitfischen nicht in den Bericht mit eingegangen seien. „Es gibt in dem Geschäft auch keinen Gewinner“, sagt der FAO-Fischfachmann Rolf Willman. Die Realeinkommen der Fischer gingen zurück, ein Großteil der Industrie werfe keine Gewinne ab, die Fischbestände seien erschöpft. „Die Ozeane werden leergefischt, der Lebensraum Meer wird zerstört“, kommentierte der WWF-Meeresexperte Stephan Lutter die Zahlen. Sollte diese Ausbeutung nicht gestoppt werden, könnten die Meere im Jahr 2050 leergefischt sein. dpa

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