Politik : Uganda setzt somalischen Minister fest

Kampala/Berlin - Der somalische Vize- Verteidigungsminister Yusuf Mohammed Siad ist am Dienstag in Uganda vorübergehend festgenommen worden. Am Mittwoch wurde Siad nach Angaben eines Armeesprechers wieder freigelassen.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete, Sicherheitskräfte hätten die Festnahme damit begründet, dass Siad seine private Reise nach Uganda nicht den Behörden gemeldet habe. „Wir haben Geheimdienstinformationen erhalten, dass er heimlich eingereist ist“, sagte Armeesprecher Felix Kulayigye. „Noch vor etwa drei Monaten war er ein Aufständischer. Wir mussten wachsam sein, weil er ein Terrorverdächtiger ist.“ Es sei dann aber festgestellt worden, dass er kein Krimineller ist. „Er ist frei“, sagte Kulayigye. Siad war bis vor kurzem Befehlshaber der islamistischen Gruppierung Hisbul al Islam, die dem wichtigsten Gegenspieler des Übergangspräsidenten, Scheich Hassan Dahir Aweys, nahesteht. Hisbul al Islam hatte zu Anschlägen gegen die die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (Anisom) aufgerufen; Uganda stellt die meisten Soldaten. Die Somaliaexpertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Annette Weber, sagte dem Tagesspiegel: „Das war ein wichtiges Signal, dass die Nachbarländer im Konflikt in Somalia klar Position beziehen.“

Bis vor kurzem haben die islamistischen Milizen von Hisbul al Islam und Al Shabbab gemeinsam gegen die Übergangsregierung gekämpft. Seit einigen Wochen kommt es immer häufiger zu Kämpfen zwischen den Milizen. Weber wertet die Abkehr von Scheich Aweys Miliz von Al Shabbab zwar als positiv. Doch eine Lösung des Konflikts sei damit noch nicht in Sicht. dpa/deh

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