Ukip-Parteitag : Britische EU-Gegner gehen von Sieg bei Referendum aus

Vor dem Referendum über einen EU-Austritt Großbritanniens gibt sich die europafeindliche Ukip bei ihrem Parteitag sehr optimistisch.

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Ukip-Parteichef Nigel Farage sieht einen Stimmungswechsel bei den Wählern auf der Insel.
Ukip-Parteichef Nigel Farage sieht einen Stimmungswechsel bei den Wählern auf der Insel.Foto: AFP

Die EU-feindliche Ukip-Partei in Großbritannien glaubt, dass die Wähler beim kommenden Referendum für einen Austritt aus der Europäischen Union stimmen werden. Parteichef Chef Nigel Farage sagte am Freitag beim Parteitag in Doncaster: "Die Stimmung hat sich gewendet. Wir stehen vor dem wichtigsten politischen Sieg in unserer Lebenszeit." Genährt werden Farages Hoffnungen von der Flüchtlingskrise und den chaotischen Reaktionen in der EU – dem beherrschenden Thema der Konferenz. Er habe schon lange vor einer Migrationskrise im "biblischen Maßstab" gewarnt. "Die Leute glaubten mir nicht. Nun sehen sie, dass ich recht hatte."

Farage konnte zudem die Gründung einer neuen, nicht parteipolitischen Allianz von EU-Gegnern bekannt geben, mit der Ukip „Hand in Hand“ für den Austritt kämpfen werde. Die Organisation "Leave.EU" werde von Leuten geführt, "die keine eigenen politischen Ambitionen haben", sagte Farage.

Neben Ukip gehören ein halbes Dutzend Lobbygruppen und Thinktanks zu der neuen Organisation, darunter die "Bruges Gruppe", die sich als Vorläufer von Ukip vor Jahrzehnten in Erinnerung an eine berühmte Europa-Rede Margaret Thatchers formierte. "Großbritannien hat eine echte Chance, aus der unstabilen EU zu entkommen und eine neue Beziehung aufzubauen, die einfach aus gemeinsamem Handel besteht", sagte Bruges-Direktor Robert Oulds. Finanziert wird das Bündnis von dem Milliardär Aron Banks, einem früheren Ukip-Geldgeber.

Farage und Banks attackierten moderatere Euro-Skeptiker in der Gruppierung "For Britain", der viele Parlamentsabgeordnete angehören, weil sie abwarten wollen, was Premier David Cameron bei seinen Verhandlungen mit der EU erreicht. „Cameron fordert nichts wirklich Substanzielles. Er fordert nicht, dass Großbritannien seine Grenzen kontrollieren kann, wieder sein eigenes Rechtssystem hat oder der britische Finanzbeitrag an die EU gekürzt wird", kritisierte Farage.

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