Ukraine in der Kritik : Bundesregierung "sehr besorgt" über Umgang mit Timoschenko

Seit Freitag befindet sich Julia Timoschenko im Hungerstreik, zuvor wurde sie angeblich zusammengeschlagen. Berlin zeigt sich nun tief besorgt über den Umgang mit der inhaftierten Ex-Regierungschefin der Ukraine.

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko tritt in den Hungerstreik. Foto: dpa
Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko tritt in den Hungerstreik.Foto: dpa

Deutschland hat gegen den Umgang der ukrainischen Behörden mit der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko protestiert. Die Bundesregierung sei „sehr besorgt“ über Berichte, dass bei einer zeitweiligen Verlegung der 51-Jährigen in ein Krankenhaus körperliche Gewalt angewendet worden sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Wenn dies zutreffe, wäre das Vorgehen der Behörden „inakzeptabel und vollkommen unverhältnismäßig“. Zudem drohten durch den Hungerstreik, in den Timoschenko aus Protest gegen ihre Haftbedingungen getreten ist, gravierende Folgen.

Es müsse endlich eine angemessene medizinische Behandlung der erkrankten Oppositionspolitikerin ermöglicht werden, sagte Seibert.

Das Angebot zu einer Behandlung in Deutschland stehe. Das Vorgehen der Regierung in Kiew gegen Timoschenko und andere Oppositionelle sei mit den Werten in Europa nicht vereinbar. Das Strafrecht dürfe nicht dazu missbraucht werden, Demokratie zu beschneiden und Opposition zu verhindern.

Mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „noch keine Reisepläne“ für einen möglichen Besuch von Spielen in der Ukraine gemacht, sagte Seibert

Timoschenko befindet sich nach Angaben ihres Anwalts seit Freitagabend in einem Hungerstreik. Ihr Anwalt Sergej Wlasenko erklärte, seine Mandantin wolle damit gegen körperliche Gewalt durch Gefängnisaufseher protestieren. Sie sei in der vergangenen Woche von den Aufsehern in den Bauch getreten worden, als diese sie mit Gewalt in ein Krankenhaus gebracht hätten. (dpa)

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