Ukraine-Konflikt : Barack Obama verzichtet auf neue Sanktionen gegen Russland

Während die EU die Sanktionen gegen die von Russland annektierte Krim ausweitet, verzichtet US-Präsident Barack Obama vorerst auf weitere Maßnahmen.

US-Präsident Barack Obama.
US-Präsident Barack Obama.Foto: AFP

US-Präsident Barack Obama plant vorerst keine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Obama unterzeichnete am Donnerstag zwar ein Gesetz, das ihn dazu befugt, in der Ukraine-Krise weitere Strafmaßnahmen unter anderem gegen den russischen Rüstungssektor zu verhängen. Die Unterzeichnung bedeute aber zunächst "keine Änderungen in der Sanktionspolitik der Regierung", erklärte der Präsident. Die USA würden weiter eng mit den Verbündeten in Europa zusammenarbeiten, um die Strafmaßnahmen an das russische Vorgehen anzupassen.

Obama rief die Regierung in Moskau erneut auf, die "Besetzung und versuchte Annexion" der ukrainischen Halbinsel Krim zu beenden und die Unterstützung für Separatisten im Osten der Ukraine einzustellen. Sollte Russland die "Souveränität und territoriale Unversehrtheit" des Nachbarlandes respektieren, könnten die Strafmaßnahmen wieder aufgehoben werden.

Der US-Kongress hatte vergangene Woche den Ukraine Freedom Support Act verabschiedet, der den Weg für schärfere Sanktionen gegen Moskau freimacht und Waffenlieferungen an Kiew autorisiert. Die Entscheidung über die Lieferung sogenannter tödlicher Militärausrüstung für den Kampf gegen die prorussischen Rebellen in der Ostukraine obliegt aber letztlich Obama. Bislang genehmigte der Präsident lediglich die Lieferung nicht-tödlicher Militärhilfe an die Ukraine. Auch zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Russland ohne Abstimmung mit der Europäischen Union (EU) lehnt er ab.

Die EU hatte am Donnerstag in Brüssel eine neue Sanktionsrunde umgesetzt, auf die sich die 28 Mitgliedsstaaten allerdings bereits vergangenen Monat geeinigt hatten. Die Ukraine und der Westen werfen Moskau vor, die ostukrainischen Rebellen gegen Kiew militärisch zu unterstützen. Die russische Regierung bestreitet das. Seit Beginn des Konflikts im April wurden mehr als 4700 Menschen getötet. (AFP)

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